Preisgekrönte Zeitzeuginnen der Industrie

Freuen sich über ein erfolgreiches Projekt, das heimische Geschichte lebendig werden lässt: Frauke Blum, Elke Zach-Heuer, Wilhelm Wiggenhagen, Horst Groth, Sabine Hofmann und Renate Schmidt-Vogt (von links).
Freuen sich über ein erfolgreiches Projekt, das heimische Geschichte lebendig werden lässt: Frauke Blum, Elke Zach-Heuer, Wilhelm Wiggenhagen, Horst Groth, Sabine Hofmann und Renate Schmidt-Vogt (von links).
Foto: WP

Ennepetal..  Frauengeschichte sichtbar machen. Das will der Arbeitskreis „Frauengeschichte im Industriezeitalter“. Mit der Film-Dokumentation „Frauen – Zeitzeuginnen der Industrie“ ist es schon bestens gelungen. Horst Groth, der den Film schuf und ihn im November des vergangenen Jahres erstmals aufführte (wir berichteten), ist für das Werk beim Landesfestival des Bundesverbandes deutscher Filmautoren in Düsseldorf mit dem 3. Preis ausgezeichnet worden.

Aufführung beim Bundesfilmfestival

Im Namen der Stadt gratulierte ihm jetzt Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen im Beisein der Arbeitskreismitglieder, die für den Film Frauen interviewten und so vor Groths Kamera standen. Es sind die als Künstlerin bekannte Gevelsbergerin Renate Schmidt Vogt, Ennepetals Stadtarchivarin Frauke Blum, die Lehrerin und Mitarbeiterin der Biologischen Station, Elke Zach-Heuer, und die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Sabine Hofmann. Auch sie wurden vom Bürgermeister geehrt.

Der in Düsseldorf ausgezeichnete 20-minütige Film von Horst Groth erfuhr eine weitere Ehrung durch die Fachjury. Er wird am 25. und 26. April beim Bundesfestival in Thüringen gezeigt und auch dort noch einmal bewertet.

Horst Groth hat zwei weitere Projekte in Arbeit. Er stellt in einem Film alle Städte des Ennepe-Ruhr-Kreises vor. Beim zweiten Film geht es um die Ermordung des Kölner Erzbischofs und Reichsverwesers Engelbert im Jahre 1225 in Gevelsberg. Szenen mit Frauen und Männern in historischen Gewändern hat er schon im Kasten. „Engelbert wäscht sich an einem Brunnen. Diese Szene entstand in Bülbringen“, schilderte Horst Groth.

Auch die Mitglieder des Arbeitskreises „Museum-Frauengeschichte im Industriezeitalter“ sind mit einem neuen Thema beschäftigt. Sabine Hofmann. „Es geht um Flucht und Vertreibung. Zeitzeuginnen werden interviewt. Es sind Frauen, die im oder nach dem 2. Weltkrieg flüchten mussten und auch Frauen, die derzeit vor Krieg und Gewalt Schutz suchen in Ennepetal.“ Die Ausstellung soll beim Internationalen Freundschaftsfest zum ersten Male präsentiert werden. Auch werde es dazu eine ausführlichere Dokumentation in Buchform geben, kündigte Sabine Hofmann an.

INFO:

Den Film „Frauen – Zeitzeuginnen der Industrie“ gibt es auf DVD zur Ausleihe in der Stadtbücherei im Haus Ennepetal und im Stadtarchiv, Kirchstraße 52 in Milspe.

Filmautor Horst Groth (73) ist schon mehrfach ausgezeichnet worden. Er dokumentierte auch seit 1976 Veränderungen in Ennepetal. Im Jahre 1964 fing er als Filmamateur an – mit einer 8-mm-Kamera.