Preise für Baugrund stabil, Wohnungen werden teurer

Ennepe-Ruhr..  Wer ein Haus oder eine Eigentumswohnung erwerben oder sein Traumhaus bauen möchte, sollte stets im Hinterkopf haben: Bis zum tatsächlichen Einzug muss viel Geld investiert werden. Daher lohnt es sich, den Wert der Immobilie und die Marktlage bereits zu Beginn kritisch zu prüfen. Entsprechende Anhaltspunkte sind im Grundstücksmarktbericht zu finden, der jährlich vom Gutachterausschuss aktualisiert wird. Ab sofort ist für den Ennepe-Ruhr-Kreis die Ausgabe 2015 verfügbar.

Premiere für das Zahlenwerk

„Der jetzt vorliegende Bericht ist eine Premiere. Schließlich ist das umfangreiche Zahlenwerk das erste, das der im Mai letzten Jahres gebildete gemeinsame Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Ennepe-Ruhr-Kreis mit der Stadt Witten vorlegt“, erklärt Jürgen Wagenbach, Vorsitzender des Ausschusses. Grundlage des Berichtes sowie der dargestellten Bodenrichtwerte und Immobilienrichtwerte sind 2014 geschlossene Kaufverträge. Berücksichtigt wurden Verkäufe von bebauten und unbebauten Grundstücken sowie von Eigentumswohnungen.

„2014 haben wir Verträge über 3231 Kauffälle erhalten. Diese dokumentieren einen Gesamtumsatz von über einer halben Milliarde Euro. Flächenmäßig wechselten 591 Hektar den Besitzer“, so Wagenbach. Das sei ein Zuwachs von mehr als 15 Prozent bei den Kauffällen und 23 Prozent beim Umsatz. Bei den verkauften Baugrundstücken für den individuellen Wohnungsbau (208) verzeichnet der Bericht Preisstabilität. Durchschnittlich wurden 2014 für den Quadratmeter 236 Euro gezahlt, 2013 waren es 234 Euro.

Ein deutliches Plus verzeichnet der Bericht beim Verkauf von Ein- und Zweifamilienhäusern. 847 neue Besitzer bedeuten im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von 21 Prozent. Bei den Eigentumswohnung lag die Zahl bei 890, ein Plus von 13 Prozent. „Offenbar haben die nach wie vor sehr günstigen Zinsen sowie die zum Jahreswechsel angehobene Grunderwerbssteuer den Markt beflügelt“, vermutet Wagenbach.

Für freistehende Einfamilienhäuser wurden je nach Baujahr zwischen 187 000 und 417 000 Euro gezahlt, für eine neue, unterkellerte Doppelhaushälfte beziehungsweise ein Reihenendhaus waren es durchschnittlich 297 000 Euro. Unter dem Strich betrug die Steigerung im Jahresvergleich für ein 30 Jahre altes Einfamilienhaus fünf Prozent, für eine Doppelhaushälfte ein Prozent.

Auch nach Gemeinden ausgewiesen

Nach oben sprangen auch die Preise für Eigentumswohnungen. In Neubauten zahlte man bei einer durchschnittlichen Größe von 91 Quadratmetern 2400 Euro/m² und damit fünf Prozent mehr. Eine 30 Jahre alte Eigentumswohnung kostete 2014 sogar 6,5 Prozent mehr. So kosteten Wohnungen der Baujahre 1980 bis 1989 im Durchschnitt 1240 Euro/m².

Im Grundstücksmarktbericht sind die Angaben zu Anzahl, Umsatz und Fläche sowie die Durchschnittspreise der einzelnen Teilmärkte für den gesamten Ennepe-Ruhr-Kreis ausgewiesen. Die Zahlen sind zusätzlich auch nach Gemeinden ausgewiesen.