Polizei nimmt Ingo Mehner mit 2,6 Promille fest

Schwere Vorwürfe gegen Dr. Ingo Mehner
Schwere Vorwürfe gegen Dr. Ingo Mehner
Foto: WP

Ennepetal..  Schlagfertiger als die Polizei erlaubt. Nach Informationen unserer Zeitung hat Dr. Ingo Mehner, der als Bürgermeisterkandidat in Ennepetal gehandelt wird, am vergangenen Samstag in seiner Wohnung mit erheblich Promille im Blut eine Auseinandersetzung mit der Polizei nach einer nicht beglichenen Taxi-Rechnung angezettelt. Er soll dabei mit einer Mandoline auf einen Beamten losgegangen sein. Ihm droht nun ein Verfahren wegen Widerstands gegen einen Polizeibeamten, wegen Beleidigung und wegen des Versuchs der gefährlichen Körperverletzung. Mehner selbst schildert den Vorfall ganz anders. „Das ist alles Quatsch“.

Taxirechnung nicht beglichen

Das Geschehen ereignete sich am Samstagabend gegen 22.35 Uhr. Im Polizeibericht steht, dass der 71-Jährige sich von einem Taxi hat nach Hause bringen lassen und ausgestiegen sei, ohne zu bezahlen. Der Taxifahrer blieb vor dem Haus stehen und verständigte die Polizei.

Es ging um eine Rechnung in Höhe von 5,70 Euro. Der Fahrer bat die Streife beim Eintreffen um Hilfe. Die Polizisten mögen bitte die Personalien feststellen, damit er nicht auf seiner unbeglichenen Rechnung sitzen bleibe.

Die Streife ging auf den Beschuldigten zu. Es kam zum Gespräch. Im Polizeibericht wird später vermerkt, dass der 71-Jährige unter Alkoholeinfluss stand und äußerst unkooperativ gewesen sei. Von Beschimpfungen ist die Rede, von Beleidigungen.

Die Polizisten mussten die Personalien überprüfen. Doch die konnte der 71-Jährige nicht finden. Gemeinsam betrat man die Wohnung und machte sich auf die Suche.

Dann passierte jener Vorfall, der für den Beschuldigten noch teuer werden könnte. Der 71-Jährige griff, warum auch immer, zu seiner Mandoline, schwang sie wie einen Tennisschläger beim Aufschlag in die Höhe und ging damit auf einen Beamten los. Laut Polizeibericht versuchte er, auf dessen Kopf zu schlagen.

Das wäre ihm beinahe sogar gelungen. Nur einer Lichterkette, an der die Mandoline hängen blieb, sei es zu verdanken, dass der Polizist unverletzt blieb.

Was als harmlose Überprüfung der Personalien begann, eskalierte zu einem handfesten Einsatz. Die Streife rief Verstärkung herbei. Der 71-Jährige wurde kurzerhand festgenommen. Er wurde zur Polizeiwache gebracht, und es wurde eine Blutprobe entnommen. Die Rede ist von 2,6 Promille.

Mehner selbst bestätigte am Montag die Polizeianwesenheit in seinem Haus. Seinen Ausführungen zufolge spielte sich der Abend aber komplett anders ab. Er habe die Taxirechnung nicht begleichen können, weil er die 5,70 Euro nicht dabei gehabt hätte. Also sei er ausgestiegen, um das Geld aus seiner Wohnung zu holen.

Die Polizei sei zwar da gewesen. Aber die Beamten hätten ihm lediglich bei der Suche nach den Personalien geholfen. Sie hätten später seine schwarze Geldbörse in der Wohnung wiedergefunden, und da hätten sie ja gewusst, wer er sei. „Das war dann geklärt.“

Mehner dementiert Angriff

Er habe die Beamten weder beleidigt noch beschimpft. „Ich war wütend über mich selbst. Darüber habe ich mich geärgert“. Dass er mit seiner Mandoline auf einen Polizisten losgegangen sei? Antwort Mehner: „Quatsch“.

Nach Angaben der Polizei wird der Beschuldigte noch einmal vorgeladen, um sich zu erklären. Was ihm zur Last gelegt wird: Widerstand gegen einen Polizeivollzugsbeamten, der Versuch gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Leistungskreditbetrug, so heißt es in der Amtssprache.