Polizei kontrolliert verstärkt an „tollen Tagen“

Ennepe-Ruhr..  Das Rheinland ist nicht weit entfernt, gleichwohl gilt der Südkreis nicht gerade als Hochburg des Karnevals. Verkehrsteilnehmer sollten daraus keine falschen Schlüsse ziehen, unter dem Motto: Da fällt es gar nicht auf, wenn ich mich nach ein, zwei Gläschen ins Auto setze. Denn die Polizei wird an den „tollen Tagen“ auch im Ennepe-Ruhr-Kreis wieder verstärkt Kontrollen durchführen.

Das bestätigte auf Nachfrage die Kreispolizeibehörde in Schwelm, die damit einer Anordnung auf Landesebene befolgt. Mit Sonderkontrollen, wie es so schön heißt, ist von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch in ganz NRW zu rechnen. Dabei spielt es generell keine Rolle, ob es sich um eine Karnevalshochburg wie Köln oder Düsseldorf handelt oder eher um eine Jecken-Diaspora wie den Südkreis. Sonderkontrollen werden überall durchgeführt. Schließlich ist selbst bei der kleinsten Narren-Party oft Alkohol im Spiel. Polizeisprecher Dietmar Trust rät allen Karnevalisten, die auf Promille nicht verzichten wollen, Bus und Bahn oder das Taxi zu benutzen. Denn auch an Karneval gelte: Kein Alkohol am Steuer.

„Wer ausgelassen feiern möchte, sollte sich schon im Vorfeld überlegen, wie man nach Hause kommt“, rät auch Susanne Landsberger, Pressereferentin der Kreis-Verkehrswacht Ennepe-Ruhr.

Rechtzeitig planen

Für die Hinfahrt das Auto zu nutzen und erst vor Ort zu entscheiden, wer zurückfahren soll, ist laut Landsberger keine gute Idee: „Es ist besser, wenn sich jeder frühzeitig darauf einstellen kann, wie man den Abend verbringt. Wer fährt, sollte konsequenter Weise überhaupt keinen Alkohol trinken.“

Auch warnt die Kreis-Verkehrswacht davor, über den Abend verteilt doch das ein oder andere alkoholische Getränk zu sich zu nehmen. „Gerade beim Feiern verliert man schnell den Überblick darüber, wie viel man getrunken hat und setzt sich womöglich hinters Steuer, obwohl man gar nicht mehr fahrtüchtig ist“, erklärt Susanne Landsberger. Mit den Sonderkontrollen der Polizei ist ab heute (Weiberfastnacht) 14 Uhr bis Aschermittwoch, 18. Februar, um 6 Uhr zu rechnen. Entgegen der Handhabe bei Tempo-Kontrollen kündigt die EN-Polizei nicht an, wann und wo sie kontrollieren wird.

1303 Fahrzeuge in 2014 kontrolliert

Dass dies durchaus umfänglich geschieht, belegen die Zahlen aus dem Vorjahr (in Klammern die Vergleichszahlen aus 2013). 2014 überprüfte die EN-Polizei während der „tollen Tage“ insgesamt 1303 Fahrzeuge (2013: 1485). In 337 Fällen (434) wurde ein Alkoholtest durchgeführt. Ganze zehn Mal (7) ordneten die Beamten schließlich eine Blutprobe an. Dabei kam heraus, dass in 8 Fällen der Fahrer unter Drogeneinfluss stand (3) und in 3 Fällen ein Alkoholverstoß vorlag (2). Einem Fahrer wurde daraufhin der Führerschein entzogen (2).

Glücklicherweise passierte im vergangenen Jahr kein Unfall, bei dem Alkoholgenuss eine Rolle spielte. Das war im Jahr zuvor noch anders. Hier wurden während der „tollen Tage“ zwei Alkoholunfälle aktenkundig.