Politik muss Farbe bekennen

Klappern gehört zum Handwerk. Jeder Unternehmer weiß dass. Das eigene Produkt kann noch so gut sein – wenn es nicht bekannt gemacht, sprich beworben wird, findet es keine Käufer. Das ist auch mit Schwelm so. Schwelm braucht zwar keine Käufer, jedoch Neubürger. Schwelm ist eine lebenswerte Stadt, man muss es den Menschen zwischen Rhein und Ruhr nur sagen. Und genau das kommt mir in den Sinn, wenn ich an die Gesellschaft für Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung Schwelm, kurz GSWS genannt, denke.

Es ist bekannt, das Schwelm als flächenmäßig kleinste Gemeinde in NRW kaum neue Gewerbeflächen auszuweisen hat. Doch Wohnraum ist durch die neuen Baugebiete und -projekte ausreichend vorhanden. Schwelm hat eine blendende Infrastruktur, ein klares, sehenswertes Zentrum und verfügt über eine exzellente Anbindung an die Zentren zwischen Rhein und Ruhr. In direkter Nachbarschaft gibt es drei Autobahnen und einen eigenen Bahnhof hat Schwelm auch. Damit erreicht der Schwelmer die Stadtkerne von Köln und Düsseldorf in nur einer halben Stunde Fahrzeit. Idealer geht es kaum.

Doch was macht die Politik? Beim Jahresabschluss der GSWS reiten die Fraktionen auf dem Fehlbetrag von 2137 Euro herum. Und die GSWS-Führung verspricht Besserung, statt in einer flammenden Rede für eine Neuausrichtung der Gesellschaft zu werben. Marta Feldkamp hätte ihre Freude am Verlauf der Ratssitzung gehabt. Die Mitbegründerin der SWG war eine erklärte Gegnerin der GSWS und pochte darauf, dass sich die Gesellschaft dann zumindest durch eigenen Veranstaltungen selbst finanzieren müsse. Dafür bekam sie damals von ihren Ratskollegen so manche verbale Schelte.

Es ist Zeit für einen Paradigmenwechsel. Die Gesellschafter und die Politik muss Farbe bekennen und klar sagen, was sie will. Schwelm muss sich als Stadt schnellstens auch im näheren Umfeld vermarkten. Denn auch Neubürger stärken durch ihre Einkommen die Finanzkraft der Kommunen. Schwelm braucht ein Stadtmarketing und eine Wirtschaftsförderung, die nahe an der Verwaltung angedockt ist.


Und Schwelm sollte sich das auch etwas kosten lassen. Was sagt eine Volksweisheit: Was nichts kostet, kann auch nichts taugen. Klappern sollte auch für eine Kommune zum Handwerk gehören.