Pinguin ist Geschenk für Botanischen Garten

Barbara Klotz gestaltet für den Wuppertaler Zoo eine Pinguin-Figur. Das Kunstwerk soll dem Botanischen Garten auf der Hardt im Mai als Geschenk überreicht werden.
Barbara Klotz gestaltet für den Wuppertaler Zoo eine Pinguin-Figur. Das Kunstwerk soll dem Botanischen Garten auf der Hardt im Mai als Geschenk überreicht werden.
Foto: WP

Schwelm..  Normalerweise lebt Barbara Klotz allein in ihrer kleiner Wohnung im Hause Straßburger Straße 8. Doch seit Mitte Dezember hat sie einen Untermieter. Der passte bei seinem Einzug zwar kaum durch die Wohnungstür, steht aber seit dieser Zeit zufrieden in ihrem Wohnzimmer. An ihrem Gast schätzt die Künstlerin besonders seine Genügsamkeit. Er nörgelt nie über das Essen und macht auch keinen Dreck. Das wäre auch schwerlich möglich, denn besagter Untermieter ist ein gut 1,85 Meter großer Pinguin – aus Glasfaser.

Atelier im Wohnzimmer

Dieser Pinguin stammt aus einer Serie von 200 Exemplaren, die der Wuppertaler Zoo-Verein und der Zoo einst zum 125-jährigen Zoo-Jubiläum aufgelegt und „nackt“ an Sponsoren verkauft hatte. Artgenossen stehen noch heute im Stadtgebiet herum und allen ist gemein, dass sie mit einem künstlerischen „Kleid“ versehen wurden. Das Exemplar, das im Wohnzimmer steht, kleidet Barbara Klotz im Auftrag von Zoo und Zoo-Verein gerade neu ein. Es soll im Mai als Geschenk dem Botanischen Garten auf der Hardt in Wuppertal aus Anlass seines 125-jährigen Bestehens überreicht werden.

Für Barbara Klotz ist der Pinguin eine künstlerische Herausforderung – aber kein Neuland. Bereits zwei dieser großen Tiere und einen noch größeren Tukan hat sie bemalt. Besonder stolz ist sie auf „Leo Tigris“ der „Wächter der Großkatzen“. Bei der Pinguin-Parade 2006 wählten ihn mehr als 5000 Zoo-Gäste zum schönsten Pinguin unter Seinesgleichen.

Der Pinguin für den Botanischen Garten sieht langsam seiner Vollendung entgegen. Der Grundkörper ist in Dunkelgrün gehalten, für Barbara Klotz eine gefährliche Farbe, „weil sie zur Wolkenbildung neigt.“ Die abgebildeten Tiere wie Elefanten und Löwen sind alle im Wuppertaler Zoo zu Hause. Und das historische Gebäude auf dem Korpus zeigt den alten Zugang zum Zoologischen Garten. Die beiden Logos des Wuppertaler Zoos und des Zoo-Vereins sind aufgemalt, bald kann der Untermieter von den Mitarbeitern des Zoos abgeholt und dort, wegen der unausweichlichen Geruchsbelästigung, auch mit einer Klarlackschicht versehen werden. Die Schwelmerin will ja das gute Miteinander mit ihren Nachbarn nicht aufs Spiel setzen.

In der Ausgestaltung hatte die Künstlerin freie Hand. Nur bei der Darstellung der Tierabbildungen muss sie ganz genau arbeiten, da studierte Biologen und Zoologen in dieser Frage keinen Spaß verstehen. Die Liebe zum Zoo begleitet sie übrigens schon ein Leben lang. „Ich bin mit Oma immer nach Wuppertal gefahren. Die anderen Kinder gingen auf den Spielplatz, ich mit Zeichenblock zum Tiergehege.“

Barbara Klotz freut sich schon jetzt auf den Tag, an dem der Pinguin wieder abgeholt wird. „Das schönste ist die Nachbarschaft. Als der Lastwagen mit dem großen Elefanten an den Wänden vor meiner Tür hielt, habe ich für Gesprächsstoff gesorgt.“ Übrigens verspricht dieser Tag auch für alle handelnden Akteure wieder spannend zu werden. Schon beim Transport in die Wohnung mussten die Zoo-Mitarbeiter Millimeterarbeit leisten. „Ich hab’ vorher ausgemessen. Die Türfüllung ist 81 cm, der Pinguin ist 80 cm breit. Doch jetzt kommen noch ein Paar Millimeter Farbe hinzu“, so Barbara Klotz. Die Arbeit geht der Vor-Ruheständlerin dennoch nicht aus. Im Herbst feiert der Zoo-Verein seinen 60. Geburtstag. Die Einladungskarte wird ein Lear-Ara zieren – natürlich aus dem Pinsel von Barbara Klotz.