Patenschaft für eine Ameise

„Wir sind das Volk“ ist eine Parole, die die Demonstranten während der Montagsdemonstrationen 1989/1990 in der DDR als Sprechchor riefen. Doch das wahre Volk ist in Wuppertal zu Hause. Genauer gesagt im Wuppertaler Zoo. Und seit wenigen Tagen bin ich quasi ein kleiner Teil dieses Volkes. Mir wurde nämlich eine Grußpatenschaft für eine Blattschneideameise verehrt. Und diese gehört zu einem Volk von geschätzt 30 000 Kolleginnen und Kollegen, die im Tapir-Haus des grünen Zoos leben und auch besucht werden können.

Wer auf der Suche nach einem ausgefallenen Geschenk ist, für jemanden, der schon alles hat, kann sich die Hände reiben. Es gibt Sternenpatenschaften, Namenspatenschaften für Hoch- und Tiefdruckgebiete und nun eben auch Patenschaften für Ameisen. Und in Anbetracht der Größe von Ameisenvölkern gehen diese Patenschaften sicherlich nicht aus – ähnlich wie die Zahl der Sterne unendlich ist.

Die Idee finde ich dennoch super. Mit dem Kauf einer Postkarte für 2,50 Euro bekommt jeder die Patenschaft bescheinigt und unterstützt damit auch gleichzeitig den Zoo in unserer Nachbarstadt. Eben ein Geschenk mit Mehrwert. Und beim nächsten Besuch im Wuppertal kann mit dem eigenen Patenkind auch gleich Freundschaft geschlossen werden. Nur auf das Streicheln des Patenkinds muss wohl verzichtet werden. Man kann eben nicht alles haben.