Partner formulieren ihre politischen Ziele

Hier die gemeinsame Bürgermeisterkandidatin Imke Herymann ( CDU ) bei ihrer Rede.
Hier die gemeinsame Bürgermeisterkandidatin Imke Herymann ( CDU ) bei ihrer Rede.
Foto: WP

Ennepetal..  Erstmals veranstaltete die Ennepetaler CDU gemeinsam mit Bündnis 90/Die Grünen, FWE und FDP gestern einen Neujahrsempfang. Etwa 80 Gäste folgten der Einladung zum „Jazzfrühstück“ in den Wintergarten des Hotel-Restaurants „Rosine“ in Voerde.

Die drei Parteien und die Wählervereinigung hatten im vergangenen Herbst einen Kooperationsvertrag geschlossen, der eine enge Zusammenarbeit im Stadtrat sowie die Aufstellung von Imke Heymann (CDU) als gemeinsamer Bürgermeisterkandidatin beinhaltet. Neben der Möglichkeit, sich näher kennen zu lernen und untereinander auszutauschen, sprachen Vertreter aller vier Kooperationspartner sowie Imke Heymann jeweils über einen thematischen Schwerpunkt für die politische Arbeit der kommenden Monate und Jahre.

„Wo ist Handlungsbedarf für die Zukunft in Ennepetal? Wo möchten wir gemeinsam etwas verändern?“: Diese Fragen sollten beantwortet werden, erklärte Imke Heymann in ihren Begrüßungsworten.

Sie selbst befasste sich mit den Herausforderungen des demografischen Wandels. Das Thema sei mittlerweile allgegenwärtig und es sei zu vielen Menschen durchgedrungen, „dass wir hier ein Problem haben, das sich nicht von alleine lösen wird“, erklärte sie. In Ennepetal sei der demografische Wandel punktuell schon aufgegriffen und bearbeitet worden – zum Beispiel bei der schrittweisen Abschaffung der Kindergartenbeiträge und der Ausweisung attraktiven Baulands – es fehle aber ein Gesamtkonzept. Es gebe Städte, so Imke Heymann, die dem demografischen Wandel erfolgreich begegneten. Diese hätten ein solches Konzept, ein Ziel und Stellen, an denen die Maßnahmen gebündelt und koordiniert würden.

Für Bündnis 90/Die Grünen stellte Fraktionsvorsitzender Ulrich Röhder das Thema Tourismus in den Mittelpunkt. Ennepetal habe auf diesem Gebiet großes Potenzial. Die Darstellung der Angebote müsse aber für Außenstehende verbessert werden. Dafür müsse man auch Geld in die Hand nehmen, um unter anderem ein Buchungsmanagement, einen zentralen Auftritt und eine Vernetzung der verschiedenen Anbieter aufzubauen. Neben diesen organisatorischen Punkten forderte Ulrich Röhder auch eine Vernetzung der Rad- und Wanderwege – zum einen durch bessere Anbindung an das Bus- und Bahnnetz – und zum anderen durch Lückenschlüsse und Anschlüsse an überörtliche Wegenetze.

FWE für Sportstättenkonzept

Jens Knüppel (FWE) befasste sich mit der Kultur. Er betonte, dass Kultur zusammen mit den Bereichen Freizeitgestaltung und Sport Identifikation schaffe. „Ehrenamtliche Arbeit in diesen Bereich verdient unser Lob“, sagt er. In diesem Bereich könnten Politik und Verwaltung noch mehr leisten. Jens Knüppel betonte zudem die Bedeutung Ennepetals als Sportstadt. „Es gibt eine unglaubliche Aktivenzahl im Sport“, sagte er. Und gerade der Sport sei wichtig für Integration und gesellschaftliches Miteinander. Um die Rahmenbedingungen zu verbessern, fordere die FWE ein neues Sportstättenkonzept für die Turnhallen. Dort gebe es zum Teil einen erheblichen Investitionsstau.

CDU-Fraktionschef Daniel Heymann erläuterte noch einmal die Intention seiner Fraktion, das Haus Ennepetal auf den Prüfstand zu stellen. Es gehe darum Transparenz zu schaffen, was eine Sanierung kosten würde und was ein Abriss für Folgen hätte. Das Haus Ennepetal werde in den kommenden Jahren die Stadt jährlich 500 000 Euro Zuschuss kosten, mit „Platsch“ und Kluterthöhle zusammen 1,5 Mio. Euro. Doch es gebe keine Zahlen, wie viel für einen Erhalt des Haues investiert werden müsste. Als Hausherr sollte man die Höhe des Schadens schon kennen, kritisierte Daniel Heymann. Es sollten die Zahlen ermittelt werden, um dann entscheiden zu können, wie es mit dem Haus Ennepetal weitergeht. Darüber hinaus forderte der CDU-Fraktionschef, dass sich die Stadt bei Tourismus, Stadtmarketing, Eventmanagement und dem Haus Ennepetal neu aufstelle und Stellen auch mit entsprechenden Kompetenzen versehe.

Probleme bei Bauprojekten

Für die FDP nahm sich Fraktionsvorsitzender Michael Haas der städtischen Bauprojekte und Gebäude an. Dabei habe es in den vergangenen Jahren eklatante Probleme gegeben, sagt er. Als Beispiel nannte er das Berlet-Parkhaus und das Sportlerheim am Dorma-Sportpark. Bei beiden derzeit im Bau befindlichen Projekten lägen die Kosten mittlerweile etwa doppelt so hoch wie ursprünglich vorgesehen. Auch die vom Rechnungsprüfungsamt dargestellten Probleme bei der AöR (Infrastruktur- und Stadtbetriebe) müssten aufgearbeitete werden, meinte Michael Haas. „Das verloren gegangene Vertrauen in Politik und Verwaltung muss mit einer bürgernahen und informativen Arbeit zurückgewonnen werden.“, sagte er. „Unsere Bürgermeisterkandidatin Imke Heymann wird ein Garant für unabhängige und offene Politik sein.“