Paintball-Anlage eröffnet morgen in Ennepetal

Tim Timpe eröffnet seine Paintball-Anlage morgen. Im Vorfeld gab es viel Theater um den Bau.
Tim Timpe eröffnet seine Paintball-Anlage morgen. Im Vorfeld gab es viel Theater um den Bau.
Foto: Stefan Scherer

Ennepetal..  Die Pläne haben für mächtig Wirbel gesorgt, die Reaktionen pendelten zwischen Begeisterung und absoluter Ablehnung. Dann sprach das Oberverwaltungsgericht ein Machtwort und nun steht fest: Die Paintballanlage unmittelbar vor dem Kruiner Tunnel in Ennepetal wird am morgigen Freitag, 15. Mai, eröffnet.

Der Verkehr über die B7 fließt noch einspurig an dem Gelände vorbei, um das so heiße Diskussionen entbrannt sind. Bunt besprühte Container künden davon, dass hier etwas Neues entsteht. Die Autofahrer drehen ihre Köpfe, um einen Blick darauf zu erhaschen. Auf der Anlage ist Tim Timpe im Vorbereitungsstress, gibt dennoch bestens gelaunt Auskunft über das, was ab morgen dort passiert, über das Theater in der Vergangenheit und darüber, warum für ihn Paintball nichts mit Kriegsspiel zu tun hat.

Champions-League-Feld

„Wir setzen voll auf Akzeptanz. Jeder hat die Möglichkeit, hier vorbeizuschauen und sich selbst ein Bild von Paintball zu machen“, sagt Timpe. Der Anwohner, der gegen die Anlage geklagt und verloren hat, wird wohl nicht erscheinen, er will den Rechtsstreit fortführen. Ansonsten ist damit zu rechnen, dass das Feld rappelvoll werden wird. „Es haben sich Spieler aus ganz Deutschland angemeldet, die ihre eigene Ausrüstung mitbringen. Zudem haben wir bereits derart viele Anmeldungen von Hobbyspielern, dass für den Eröffnungstag sämtliche Leihgeräte ausgebucht sind“, sagt Timpe, der sich in Ennepetal bestens aufgehoben fühlt.

Der Standort sei ideal. „Vor ein paar Jahren hätten wir ein anderes Gelände haben können. Nach Lärmschutzmessungen war uns aber klar, dass das nicht in Frage kommt“, sagt er. Er habe stets das Gefühl gehabt, dass er und seine Idee bei Politik und Verwaltung willkommen seien. „Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen hat angekündigt, zur Eröffnung zu kommen.“

„Wir spielen keinen Krieg“

Die findet morgen um 16 Uhr statt. Dann werden das erste Mal die Farbkugeln über das so genannte Millennium-Feld fliegen. „Das ist geeignet, um quasi in der europäischen Paintball-Champions-League zu spielen. Die nächste Anlage dieser Art ist in Frankfurt“, sagt Timpe. Bereits vor dem ersten Spielt habe die Deutsche Paintball-Liga das Feld als Trainingsstätte aufgenommen, der Ligabetrieb soll folgen. Ausschließlich hüpfburgähnliche, aufblasbare Hindernisse stehen dort – vermitteln alles andere als ein Häuserkampfszenario.

„Wir spielen hier keinen Krieg, sondern üben einen ernsthaften Sport aus. Es geht um Kondition, Koordination, Konzentration, Teamfähigkeit. Ziel ist es, beim Gegner anzuschlagen und nicht, Leute abzuschießen. Freizeit-Rambos haben bei uns keine Chance und fliegen sofort raus“, sagt Tim Timpe, der – einmal im Redefluss – kaum zu bremsen ist, die Vorteile des Spiels zu beschreiben: „Im Gegensatz zum Fußball ist es noch nie zu Ausschreitungen oder Gewalt gekommen.“ Rote Farbe, waffenähnliche Markierer und Tarnkleidung seien auf der Anlage verboten.

Die soll trotz des großen Aufwands – eine Fläche von 6000 Quadratmetern wurde begradigt, Tonnen von Schutt musste der Betreiber weiterer Anlagen in Hohenlimburg entsorgen – bald schon ausgebaut werden. „Wir werden auf jeden Fall ein weiteres Feld errichten, auf dem die Deckungen zum Beispiel aus Reifen und Paletten bestehen. Das ist für Anfänger greifbarer, als das standardisierte Turnierfeld“, sagt Timpe, der jedoch auch plant, zusätzlich ein weiteres Ligaspielfeld zu schaffen.

Vergleichsweise teurer Sport

Zunächst einmal müssen aber die letzten Handgriffe auf dem ersten Feld getan werden, das von hohen Fangnetzen umgeben ist. „Normalerweise sind vier Meter Höhe vorgeschrieben, wir sind bereits auf 5,5 Meter gegangen.“ Es sei durch Fahrlässigkeit nicht möglich, dass Kugeln auf Windschutzscheiben der vorbeifahrenden Autos landen und so für Gefahr sorgen. „Das müsste jemand genau mit diesem Vorsatz machen“, sagt Tim Timpe, der neben dem Feld auch Umkleidekabinen und Sitzgelegenheiten aufgebaut hat. Zur Eröffnung werden morgen Getränke bereitstehen und es wird gegrillt.

Wer selbst Paintball spielen will, sollte sich darauf einrichten, dass der Sport vergleichsweise teuer ist. Die Kugeln kosten sehr viel. Während Cracks bis zu 400 Euro im Monat hinblättern, kommen die Hobbyspieler und Einsteiger für 30 Euro auf die Anlage. „Die 280 Kugeln reichen etwa für eine knappe Stunde“, sagt Timpe. Selbstverständlich kann nachgeordert werden.

Es ist übrigens egal, ob Einzelspieler oder ganze Gruppen dort auflaufen. „Die Teams mischen sich ohnehin von ganz allein bunt durch“, sagt Timpe, bevor er wieder die Arbeit aufnimmt, damit morgen alles reibungslos verläuft.

INFO:

Die Öffnungszeiten sehen wie folgt aus: Freitags von 16 bis 21 Uhr, samstags von 11 bis 21 Uhr und sonntags von 11 bis 14 sowie von 15 bis 21 Uhr.

Alle weiteren Informationen zur Anlage, zu Preisen und vor allem die Kontakte zur ratsamen Voranmeldung gibt es im Internet auf www.paintball-hagen.de.