Ordnungsamt lässt Polo abschleppen

Binnen weniger Minuten nimmt Ingo Schmidt den VW Polo aus dem Märkischen Kreis auf und zieht ihn aus dem potenziellen Gefahrenbereich. Das Ordnungsamt der Stadt Gevelsberg hatte dies veranlasst.
Binnen weniger Minuten nimmt Ingo Schmidt den VW Polo aus dem Märkischen Kreis auf und zieht ihn aus dem potenziellen Gefahrenbereich. Das Ordnungsamt der Stadt Gevelsberg hatte dies veranlasst.
Foto: WP

Gevelsberg..  Die Autofahrer, die die Stelle passierten, hoben die Daumen und riefen ihre Glückwünsche aus den Fenstern: Der grüne Polo ist seit gestern Mittag, 12 Uhr, verschwunden – abgeschleppt auf Anweisung des Ordnungsamts der Stadt Gevelsberg.

Nachdem sich der öffentliche Druck während der vergangenen Tage deutlich verstärkt hatte, ging gestern Morgen plötzlich alles ganz schnell: Der Kleinwagen, der seit exakt vier Wochen in einer Kurve am Strückerberg stand und von vielen Verkehrsteilnehmern als große potenzielle Unfallgefahr angesehen wurde, kam an den Abschlepphaken von Ingo Schmidt.

Gefahr im Verzug

„Wir haben am Morgen noch einmal intensiv den Verkehr am Strückerberg beobachtet und sind schnell zu dem Ergebnis gekommen: Dieser Wagen darf dort nicht länger stehen bleiben“, sagt Ordnungsamtsleiter Arnim Schäfer. „Erst vor Ort sieht man tatsächlich, wie viele diese Kurve schneiden und wie knapp sie an dem Heck des Polos vorbeiziehen“, ergänzt Ordnungsamtsmitarbeiter Peter Buder. Hinzu komme, dass einer der beiden schwarz-weißen Begrenzungspfosten unmittelbar vor dem ehemaligen Standort des VW aktuell nicht vorhanden ist. Hier lugt nur einsam die Halterung aus dem Boden. Schäfer sagt: „Hätte der Wagen zehn Meter weiter unten gestanden, wäre die Situation eine andere gewesen.“ So einigten sich die städtischen Ordnungshüter darauf: „Gefahr im Verzug, wir schleppen sofort ab.“

Motorradfahrer unterwegs

Besonders das schöne Wetter und die Tatsache, dass am Wochenende viele Motorradfahrer unterwegs sein werden, gab den letzten Ausschlag, die Stelle zu entschärfen. Ingo Schmidt vom gleichnamigen Gevelsberger Abschleppunternehmen rückte zum Strückerberg aus, nahm den Wagen an den Haken und binnen weniger Minuten war der Gefahrenpunkt gebannt.

Teure Sache für den Halter

Für den 24-jährigen Plettenberger, der sich bisher überhaupt nicht um seinen Wagen gekümmert hat, wird die Geschichte ein richtig teurer Spaß werden. Erst baute er mit dem Wagen ohne Versicherungsschutz einen Unfall. Neben dem Schaden wartet auf ihn eine saftige Anzeige, die die Polizei damals sofort fertigte. Dann krachte dem Polo ein anderer Wagen ins Heck. Alles andere als ein wirtschaftlicher Totalschaden wäre bei dem etwa 20 Jahre alten Wagen ein Wunder. Nun kommt Post vom Ordnungsamt: Bußgeld, Abschleppkosten, Verwaltungsgebühr. Das Auto wird nun auf dem Hof der Firma Schmidt stehen. Zukunft ungewiss.

Auch in die Geschichte mit dem blauen Mercedes, der seit mehr als einem halben Jahr auf dem Schwimm-In-Parkplatz steht, ist nun Bewegung gekommen. Nach unserer Berichterstattung meldete sich die Stadt Hagen plötzlich doch noch im Gevelsberger Rathaus und hat zugesagt, sich nun intensiv darum zu kümmern, ob der Benz überhaupt angemeldet ist. „Derzeit haben wir extrem viele abgestellte Autos im gesamten Stadtgebiet“, sagt Arnim Schäfer. Die stehen aber ebenso gut wie nie derart auffällig wie eben der Polo aus dem Märkischen Kreis. „Auf gerader Strecke, zum Beispiel an der Hagener Straße, fällt das ja so gut wie niemandem auf, wenn dort ein bestimmtes Fahrzeug – womöglich noch mit Kennzeichen – über Wochen am selben Fleck steht“,sagt Peter Buder.