Opfer aus Ennepetal und Sprockhövel
11.04.2010 | 18:00 Uhr 2010-04-11T18:00:00+0200
Ennepe-Ruhr/Kamtschatka. Bei einem schweren Lawinenunglück auf der russischen Halbinsel Kamtschatka sind am Samstag auch zwei Urlauber aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis ums Leben gekommen. Das wurde unserer Zeitung gestern aus Polizeikreisen bestätigt.
Bei den Opfern handelt es sich um einen 41 Jahre alten Ennepetaler und einen 36 Jahre alten Mann aus Sprockhövel. Ein 39 Jahre alter Tourist, der ebenfalls aus Sprockhövel stammt, wurde bei dem tragischen Unfall verletzt. Er soll sich nach Angaben seines Reiseveranstalters in einem Krankenhaus befinden. Lebensgefahr bestünde nicht. Die Familien der Toten wurden am Wochenende von einem Notfallseelsorger betreut. Insgesamt mussten zehn Menschen in den Bergen des russischen Skigebiets ihr Leben lassen: Fünf Einheimische und fünf deutsche Touristen.
Die Urlauber aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis waren mit dem Reiseveranstalter Flory-Kern aus Schonach zum Heli-Skiing in der abgelegenen Gegend unterwegs. Insgesamt 18 Personen waren mit dem russischen Hubschrauber in der Berggegend unterwegs. Nach der Landung machten sie sich zur Piste auf. In diesem Augenblick geschah das Unglück. Die Lawine löste sich und riss die Urlauber und auch den Helikopter mit sich.
Es war quasi der letzte Ausflug der Urlauber aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis in die Berge. Sie hatten ihre Reise am 1. April angetreten, so der Veranstalter, und wollten eigentlich gestern wieder aus dem Skiurlaub in ihre Heimat zurückkehren.
Authentische Augenzeugenberichte über das Unglück gab es gestern noch nicht, nur die nüchternen Meldungen der russischen Nachrichtenagenturen. Danach war die Reisegruppe mit einem Hubschrauber vom Typ Mi-8 unterwegs. Der Pilot setzte die Touristen ab und flog an das Ende der Abfahrt. In diesem Augenblick wurden die Urlauber und ihre Begleiter von den herabstürzenden Schneemassen überrascht. „Die Lawine begrub einige Skifahrer sowie den Hubschrauber, der unten auf die Gruppe wartete”, teilte der Reiseveranstalter Flory-Kern mit.
Auch Enkel des Piloten kam ums Leben
Neben den beiden Urlaubern aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis wurden ein Tourist aus Baden-Württemberg und zwei Skifahrer aus Bayern getötet. Bei den fünf getöteten Russen handelt es sich um den Co-Piloten, einen Mechaniker, einen Bergführer, einen Sportler und den Enkelsohn des Piloten.
Das Unglück ereignete sich rund 70 Kilometer entfernt von Jelisowo. Die Halbinsel Kamtschatka liegt im äußeren Osten Sibiriens zwischen der Beringsee und dem Nordpazifik im Osten und dem Ochotskischen Meer im Westen und gilt als Naturparadies. Sie ist rund achteinhalb Flugstunden von Moskau entfernt.
Für Angehörige wurde von dem Reisebüro Flory-Kern eine telefonischen Hotline unter 0800 999 24 24 eingerichtet. Der Veranstalter hob hervor, er bedauere zutiefst, dass es trotz intensiver Sicherheitsvorkehrungen zu diesem schrecklichen Ereignis kommen konnte.
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