Ökumene 2017 feiert fünfjähriges Bestehen

Die Ökumene 2017, hier bei der Jahreshauptversammlung im Februar. Vorne in der Mitte der Vorsitzende und Initiator Bruno Hessel.
Die Ökumene 2017, hier bei der Jahreshauptversammlung im Februar. Vorne in der Mitte der Vorsitzende und Initiator Bruno Hessel.
Foto: WP

Ennepetal..  Die in Ennepetal gegründete kirchenkritische Initiative „Ökumene 2017“ feiert im Mai ihr fünfjähriges Bestehen. Der „kleine Geburtstag“ wird am Pfingstdienstag, 26. Mai, ab 19 Uhr in der Martin Luther-Kirche in Altenvoerde gefeiert mit einem Gesprächsabend zum Thema „Jesus-Bilder“. An dem interkonfessionellen Gespräch nehmen u. a. der evangelische Pfarrer Andreas Schulte und der katholische Pfarrer Klaus Krämer teil. Zu diesem Abend mit anschließendem Sektempfang sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

Umgang mit Piusbrüdern Auslöser

Die „Ökumene 2017 e.V.“ wurde 2010 von Bruno Hessel mit Freundinnen und Freunden gegründet. Auslöser war, erklärt Bruno Hessel, dass unter Papst Benedikt die konservativen Piusbrüder mit ihrem Bischof und Holocaust-Leugner Williamson freundlich wieder in die römische Kurienkirche aufgenommen worden seien, während Kirchenkritiker wie Hans Küng oder Eugen Drewermann bis heute durch Lehr- beziehungsweise Predigtverbote diskriminiert bleiben würden.

„Die Initiative bietet auch kritischen Randsiedlern der Kirche ,Asyl’, die vorübergehend, zum Beispiel bis zum Lutherjahr 2017, aus der Kirche als ,Körperschaft’ ausgetreten sind, weil diese Gläubigen nicht zuletzt nicht mehr den aufwändigen Repräsentationsstil unter Papst Benedikt und unter vielen deutschen Bischöfen mitfinanzieren wollten“, erklärt Bruno Hessel. Insofern sei die Reformgruppe sehr erfreut über einen Papst Franziskus, der das Ziel von Ökumene 2017, nämlich eine bescheidene und den Menschen zugewandte Kirche, glaubwürdig verkörpere. Die Reformgruppe erwarte, so Hessel, dass diese jesuanische Neuorientierung des Papstes nun aber auch zu strukturellen Veränderungen führt, auch in Deutschland.

Gemeinsames Abendmahl

Zu den zentralen ökumenischen Anliegen der Gruppe gehören das gemeinsame Abendmahl beider großen Kirchen und die gleichberechtigte Mitwirkung von Frauen in der römischen Kirche. Zu den Markenzeichen zählt aber auch die Einmischung in gesellschaftliche Konflikte. Bruno Hessel kündigt an, dass Vertreter der Gruppe aus Ennepetal am 11. Juni in Frankfurt vor der Hauptzentrale der Deutschen Bank an einer Mahnwache und an friedlichen Sitzblockaden teilnehmen werden, um ihren Protest gegen die Auswüchse des Finanzkapitalismus zum Ausdruck zu bringen. Auch darin sei sich die Gruppe mit dem „neuen“ Papst einig.

„Durch den erfrischenden Stilwechsel des neuen Papstes sieht die Gruppe der kirchlichen Zukunft mit vorsichtiger Hoffnung entgegen“, meint Bruno Hessel, „auch wenn die Zahl der Papstkritiker – auch unter deutschen Bischöfen und Kurienvertretern - deutlich zunimmt.“

INFO:

Bei den regelmäßigen Gottesdiensten der Ökumene 2017 sind alle Christen und „Sinnsucher“, die sich mit der Gottesfrage in einer zeitgemäßen Sprache auseinandersetzen wollen, herzlich willkommen.

Der nächste Gottesdienst findet am Sonntag, 14. Juni, ab 18 Uhr in der Evangelischen Kirche in Milspe an der Kirchstraße 44 statt.

Während die Katholische Kirche noch gewisse Berührungsängste der Reformgruppe gegenüber habe, meint der Ökumene-2017-Vorsitzende Bruno Hessel, biete ihr die Evangelische Kirche dankenswerterweise hilfreiche Gastfreundschaft an.