Nur noch vier Grundschulen, keine Förderschule mehr und Tage der Hauptschule sind gezählt

Schwelm..  Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Diese alte Volksweisheit trifft auch die politischen Beschlüsse über die Entwicklung der Schullandschaft in Schwelm zu. Eine Förderschule existiert in der Kreisstadt nicht mehr, es gibt nur noch vier statt fünf Grundschulen und die Tage der Hauptschule sind gezählt.

Vielen Menschen werden die Demonstrationen von Hunderten von Eltern noch in Erinnerung geblieben sein, als es um den Fortbestand aller Grundschulen und der Hauptschule in Schwelm ging.

Wegbereiter für neue Partei

Die Menschen gingen auf die Straße, um den von allen Fraktionen gemeinsam getragenen Beschluss, die Grundschule Möllenkotten zu schließen und die Mädchen und Jungen, die bisher in den Schulgebäuden im Möllenkotten und am Westfalendamm unterrichtet worden sind, in einem neuen Schulgebäude am Ländchenweg zusammenzuführen. Diese Bürgerproteste bildeten letztendlich den Nährboden für die neue Partei „Die Bürger“, die nach der Kommunalwahl mit vier Sitzen in den Rat der Stadt Schwelm einzog.

Die Bürgerproteste haben an den Schulschließungen nichts geändert. Doch das Schreckensszenario für die supergroße Grundschule ist nicht eingetreten. Ehemals kritische Lehrer fühlen sich am Ländchenweg wohl, reden von einer guten Grundschule, in der das Arbeiten mit den Kindern Spaß mache. Die Elternproteste sind verstummt, in unserer Redaktion kamen keine Beschwerden über den Schulbetrieb mehr an. Nur die Eltern selbst mussten umlernen. Die Väter und Mütter mussten sich daran gewöhnen, ihre Kinder nicht direkt vor der Schultür abzusetzen. Schuldezernent Ralf Schweinsberg sprach deshalb in den Anfangstagen zum Start des neuen Schuljahrs nach den Sommerferien von der ersten „Drive-In“-Schule in der Kreisstadt, in der die Eltern ihre Kinder bis vor die Türen der Klassenzimmer fahren wollten.

Weniger öffentliches Aufsehen hat die Schließung der Förderschule verursacht. War sie doch zunächst von der Lohmannsgasse in das Gebäude der ehemaligen Hauptschule Ost am Ländchenweg gezogen. Zum Ende des Schuljahres 2013/14 mussten die Kinder und Eltern das Gebäude schließlich für die Grundschüler räumen. Beschult werden sie jetzt in der Hasencleverschule in Gevelsberg.

Hauptschule soll langsam auslaufen

Gevelsberg ist auch die Adresse der Kinder in Schwelm, die künftig die Hauptschule besuchen wollen. In Anbetracht der sinkenden Schülerzahlen wurde in diesem Jahr bereits keine Eingangsklasse 5 mehr gebildet. Der Rat hat beschlossen, die Gustav-Heinemann-Hauptschule auslaufend zu schließen. Die Auflösung erfolgt jahrgangsweise. Die endgültige Schließung der Hauptschule in Schwelm soll erfolgen, wenn die Schülerzahl unter 100 Kinder sinkt. Der Schulentwicklungsplan prognostiziert dies erstmals für das Schuljahr 2016/17.