Nüchtern und brav in den Karneval

Der Journalist trinkt den ganzen Tag Kaffee und hat immer eine Pulle Schluck im Kühlschrank stehen. Ich weiß nicht, ob dieses Berufsbild, das für viele ein Grund bei der Berufswahl gewesen sein mag, früher so stimmte. Heute mit Sicherheit nicht mehr. Im Gegenteil. Unsere Redaktion verfügt über gleich zwei Kaffeeautomaten (herkömmlich und Pads), doch der Duft des koffeinhaltigen Getränks wabert eher selten durchs Büro.


Ähnlich verhält es sich mit Bruder Alkohol. Im Redaktions-Kühlschrank steht nicht eine Flasche. Nein, bei uns liegen ganze Kolonnen unterschiedlichster Biersorten in den Regalen. Alles Geschenke und Mitbringsel von Urlaubsreisen oder Freunden. Sie haben sich angehäuft, weil bei uns niemand Lust aufs Feierabendbierchen hat. Und das, obwohl es sich bei zig Flaschen um die eingelöste Wettschuld von unserem Weihnachts-Bowling handelt. Vom Weihnachts-Bowling 2013 wohlgemerkt.


Wir sind, was das betrifft, ein braver Haufen. Zu brav!? Das wurde mir erst gestern wieder bewusst. Da haben wir doch glatt den Start von Weiberfastnacht um 11.11 Uhr verpasst.


Was ist das, wenn die Knochen beim Gedanken an die Narretei einfach nicht in Bewegung kommen wollen? Wahrscheinlich Karnevals-Arthrose. Als Journalist gehen wird diesem Krankheitsbild bestimmt mal auf den Grund. Nüchtern, wie ich uns kenne.