Nostalgische Ausfahrt

Foto: Angelika Trapp

Ennepetal..  Sonnenschein, tausende Menschen, mehr als 250 Oldtimer, 100 Motorräder, 35 Trecker und – auch da haben wir nachgezählt – 550 Grillwürstchen: Was will man mehr an einem schönen Juni-Sonntag rund um das Industriemuseum?

Auf Treckern lag der Schwerpunkt beim Oldtimertreffen im Rahmen des Tags der offenen Tür im Industriemuseum diesmal. Das Wetter war einmal mehr ganz nach Kalli Bernhards Geschmack. „Es ist ein Wunder, wieder Sonnenschein, aber Wunder gibt es ja bekanntlich immer wieder“, sagte der Mitorganisator der Veranstaltung.

Alte Schätzchen

Alle zwei Jahre finde das Treckertreffen im Industriemuseum statt, so Mitorganisator Walter Hahn, der seinen neuen selbst gebauten Hänger für den Fendt-Traktor, Baujahr 1960, präsentierte. Er fahre damit zu Treckertreffen, könne darin übernachten, weil vom Kühlschrank bis zur Kochgelegenheit und zum Bett alles vorhanden ist.

Adrian Kowarez war aus Witten mit seinem bewusst nicht restaurierten Porsche Diesel gekommen. Klaus Lücke von Meininghausen präsentierte seinen Trecker „Farmer 104 S“ und ließ Klaus Oehm einmal Platz nehmen. „Auf dem fühle ich mich sicherer als auf dem Pferd“, schmunzelte Oehm, Mitglied des Reitervereins auf Meininghausen.

Luca (10), der mit seinem Opa aus Hagen gekommen war, war stolz, dass er hinter den Lenker des Treckers von Michael Wenderoth aus Breckerfeld klettern durfte. Wenderoth erzählte, dass er vier Enkel im Alter von sechs bis neun Jahren habe und alle seien jetzt schon „scharf“ darauf, wer die Trecker des Opas einmal bekommen würde. „Aber da muss ich noch zwei Trecker besorgen“, meinte der Breckerfelder, der bis jetzt „nur“ zwei Eicher-Trecker besitze. Mit den Treckern fahre Wenderoth, der mit einer Kolonne, alles Treckerfreunde, von Breckerfeld `runtergekommen sei, auch in den eigenen Wald, um Holz zu holen.

Schon vor 11 Uhr rollten immer mehr Oldtimer auf das Gelände an der Neustraße. Neben den Treckern waren auch andere alte Schätzchen „quer Beet“ zu bewundern. Aus Wuppertal war das Ehepaar Geifes mit der BMW Isetta, die als Cabrio umgebaut wurde, gekommen. Die Ehefrau habe früher eine Isetta gefahren. Als man geheiratet habe und Kinder angekommen seien, musste der niedliche „Knubbel“, da er zu klein war, verkauft werden. Sie habe aber solche Sehnsucht nach der Isetta gehabt, dass man sich nun den Wunsch erfüllt habe und den Wagen „Frosch“ getauft habe. Aber man merke doch: „Früher war man jung und somit gelenkiger“.

In der oberen Halle des alten Backsteingebäudes fand eine Ausstellung von 17 Malfreunden, die alle anwesend waren, und Kindern des „Malkastens“ mit Künstlerin Irmtraut Werthschulte statt. 500 Bilder waren zu sehen.

Zum ersten Mal war in der ehemaligen Kruse-Gießerei die neue Transmissionswelle in Betrieb, die Heinz Weiermann vorführte. Damit werden Schlepphobelmaschine (Baujahr 1920) und Drehbank (Baujahr 1850) angetrieben, informierte Gerhard Preuß. Kinder waren mit Feuereifer dabei, kleine Tiere zu formen. Anleitung gaben Rainer Finke, Horst Berens und Karla Fehlert.

Neue Transmissionswelle

Die Frauen des Förderkreises Industriekultur hatten wie stets die Hände in der Küche fliegen lassen und zahlreiche Kuchen und Torten gestiftet. Die Landbäckerei Kritzler bot Brote und Brezeln aus dem Steinofen an. Die Stadtrundfahrt begleitete diesmal Klaus Oehm als „Fremdenführer“.