Neujahrsempfang Zeichen der Gemeinsamkeit

Die evangelische Kirche im Schwelm lud zum Neujahrsempfang ins Petrus-Gemeindehaus ein.
Die evangelische Kirche im Schwelm lud zum Neujahrsempfang ins Petrus-Gemeindehaus ein.
Foto: WP

Schwelm..  Gestern fand der traditionelle Neujahrsempfang der evangelischen Kirchengemeinde Schwelm im Petrus-Gemeindehaus statt. Und ein Schlagwort war an diesem Tag ganz besonders wichtig: Gemeinsam.

Denn das frohe neue Jahr habe nicht so froh angefangen. Schwelms Bürgermeister Jochen Stobbe ließ in seinem Grußwort den Blick nach Frankreich schweifen, thematisierte knapp den Anschlag auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo. Der Blick müsse dabei nicht in die Ferne gehen. „Denn viele Menschen fremdeln, wenn ihnen die Menschen fremd sind“, sagte Bürgermeister Jochen Stobbe und spielte damit auf die zahlreichen Pegida-Anhänger an, die regelmäßig nicht nur auf Dresdens Straßen stehen. „Doch das Gemeinsame ist wichtig.“

In seinem Grußwort griff er damit das Thema des Gottesdienstes auf, der dem Neujahrsempfang vorangegangen war. „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob“, lautete das Wort der Jahreslosung 2015. „Und das Wort hat eine ganz besondere Brisanz“, sagte Pfarrer Uwe Rahn. „Denn das Miteinander klappt gerade nicht gut.“ Und wie es ein böser Zufall es wollte, fiel der Anschlag in der französischen Hauptstadt auf die Redaktion von Charlie Hebdo genau in die Vorbereitung seines Gottesdienstes in Schwelm.

Mahnung zur richtigen Zeit

Die Jahreslesung sei für ihn daher die Mahnung zur richtigen Zeit gewesen. Auch Jesus sei gerade auf die Menschen am Rand der Gesellschaft zugegangen und habe sie wieder in ihre Mitte geholt.

Denn es sei so wichtig, sich gegenseitig kennenzulernen. „Das ist mir wichtig, das ist wichtig für die Gemeinde und für ganz Schwelm – aber auch im großen Miteinander.“ Dabei gehe es ihm nicht darum, dass die Menschen nicht mehr streiten dürfen. „Es geht um den Respekt voreinander.“ Entsprechend war der Neujahrsempfang gestaltet, traditionell ganz ohne Rahmenprogramm oder ausschweifenden Reden. „Das ‘wilde Gemurmel’ unserer Gäste wollen wir nicht unterbrechen.“

Wieder ein Zeichen setzen

In Zusammenarbeit mit der Stadt solle aber in Zukunft wieder ein Zeichen gesetzt werden. „Im vergangenen Jahr haben wir uns zu Friedensgebeten in Schwelm getroffen“, sagte Rahn. Rückblickend sei das eine gute Sache gewesen und es gibt die ersten Überlegungen, so etwas demnächst wieder anzustoßen, um einen Anfang zu machen. „Über alles andere muss man reden.“