Neues Schmitz-Buch bringt Licht ins Dunkle

Klaus Peter Schmitz schreibt an einem neuen Buch, das voraussichtlich im Dezember erscheinen wird.
Klaus Peter Schmitz schreibt an einem neuen Buch, das voraussichtlich im Dezember erscheinen wird.
Foto: WP
  • Hobby-Historiker Klaus Peter Schmitz bringt im Dezember ein neues Buch heraus
  • Thema sind eigentümergeführte Mittelständler aus Schwelm im Dritten Reich
  • Buch ist ein Nebenprodukt seines Werks über den Nationalsozialismus in Schwelm

Schwelm.. Große Unternehmen wie im Dax notierte Konzerne haben die Rolle, die sie in der Zeit der Nationalsozialisten und des Dritten Reichs gespielt haben, längst durch Historiker aufarbeiten lassen. Wie sich eigentümergeführte Mittelständler durch das 1000-jährige Reich geschlagen haben, dieses Kapitel liegt vielerorts noch im Dunkeln. Ein wenig Licht in dieses Dunkel bringt das neues Buch von Klaus Peter Schmitz, das voraussichtlich im Dezember erscheinen und circa 50 Euro kosten wird.

Passionierte Hobby-Historiker

Unter dem Titel „Mosaiksteine des Untergangs – Dokumente der Nachkriegszeit“ hat der passionierte Hobby-Historiker auf rund 450 Seiten die letzten Kriegsjahre in Schwelm, die Überrollung und die Zeit des Wiederaufbaus bis zum einsetzenden Wirtschaftswunder niedergeschrieben.

Das Buch ist fast fertig. „Zwei Kapitel werde ich noch schreiben und Korrektur muss noch gelesen werden“, sagt Klaus Peter Schmitz. Im Zuge seiner bisherigen Veröffentlichungen hat der 72-Jährige sich nicht nur ein enormes Wissen über die Heimatgeschichte angeeignet, sondern durch seine Recherchearbeiten Unmengen an Material angesammelt. „Das neue Buch ist ein Nebenprodukt meines Buches über den Nationalsozialismus in Schwelm“, sagt der gelernte Elektrikermeister, der für seine heimatkundlichen Forschungsarbeiten mit dem Ehrenzeichen des Bistums Essen sowie von der Wilhelm-Erfurt-Stiftung ausgezeichnet und mit dem Bürgerpreis der CDU Schwelm geehrt wurde. Entsprechend reich bebildert ist sein neuestes Werk. Fast auf jeder Seite stößt der Leser auf Dokumente und Schriftstücke, die die damalige Zeit wieder aufleben lassen. Dazu gibt es viele historische Stadtansichten des alten Schwelms – unzerstört und durch Bomben zerstört. Viele der Fotografien werden erstmals abgedruckt.

„Es geht nicht um Personen“

Im Zuge seiner Nachforschungen ist er auf viele, heute noch stadtbekannte Namen gestoßen, die im damaligen Hitler-Schwelm den Ton angaben. „Es geht mir nicht um Personen, sondern um das tägliche Leben, wie es sich damals darstellte“, sagt Klaus Peter Schmitz. Deshalb nennt der Autor auch meist keine Namen, um den Nachfahren nicht zu Nahe zu treten. Für Geschichtsinteressierte ist das Buch dennoch eine ergiebige Quelle. Beispielhaft steht die Rolle der Zwangsarbeiter in Schwelm. Den Anfang machten 1940 nach dem Sieg über Frankreich kriegsgefangene französische Soldaten. Die im Kreishaus gelagerten Akten darüber sind zwar kurz vor dem Einmarsch der Amerikaner verbrannt worden, doch anhand von Dokumenten aus dem westfälischen Landesarchiv Münster und des Archivs der Propstei St. Marien schätzt Schmitz ihre Zahl zwischen 1940 bis April 1945 auf circa 3000 Menschen aus unterschiedlichsten Nationen – interniert in 28 Fremdarbeiterlager. Schmitz bettet auch diese Informationen in den Kontext der Ereignisse innerhalb des Dritten Reichs ein.