Neues Jobcenter definitiv in Schwelm

Der Kreis will auf dem Grundstück neben Bever & Klophaus das Gebäude für das neue Südkreis-Jobcenter errichten. Zum 1. Januar 2019 soll es dort den Betrieb aufnehmen.
Der Kreis will auf dem Grundstück neben Bever & Klophaus das Gebäude für das neue Südkreis-Jobcenter errichten. Zum 1. Januar 2019 soll es dort den Betrieb aufnehmen.
Foto: Bernd Richter
  • Neues Jobcenter für EN-Kreis kommt definitiv nach Schwelm
  • Kreis schließt Anfang Oktober Kaufvertrag mit Deutscher Bahn AG
  • Kosten in Höhe von 8,25 Millionen Euro

Schwelm..  Das neue Jobcenter für den EN-Südkreis kommt definitiv nach Schwelm. Die Stadt Schwelm wird von ihrem Vorkaufsrecht beim Grundstück am ehemaligen Bahnhof Loh keinen Gebrauch machen. Der Ennepe-Ruhr-Kreis will nun Anfang Oktober den Kaufvertrag mit der Deutschen Bahn AG als Eigentümerin der Fläche abschließen.

Aufs Vorkaufsrecht verzichtet

Darüber informierte Kreisdirektorin Iris Pott am Montagabend den Kreisausschuss. Vorausgegangen ist der Beschluss des Rates der Stadt Schwelm am vergangenen Donnerstag, von ihrem Vorkaufsrecht abzusehen. Das hatte der Kreis der Stadt eingeräumt, weil Schwelm den Bau einer neuen Grundschule prüft und dafür das selbe Grundstück neben Bever & Klophaus ausgeguckt hatte.

Da die Entscheidung zur Zukunft der Schwelmer Schullandschaft noch Zeit benötigt und weil das freie Grundstück am ehemaligen Bahnhof Loh nach Auffassung von Kreis und Stadt genügend Platz für Jobcenter und einen späteren Schulneubau bietet, hatte die Stadt Schwelm letztlich auf ihr Vorrecht verzichtet. „Wenn Schwelm später noch bauen will, ist ausreichend Platz dafür da“, erklärte Kreisdirektorin Iris Pott.

Ihren Ausführungen war zu entnehmen, dass der Kaufvertrag mit der Bahnentwicklungsgesellschaft bereits ausformuliert ist und lediglich noch notariell beglaubigt werden muss. Dies soll Anfang Oktober geschehen. Den Unterschriften stünden nur die letzten Auswertungen der Altlastenuntersuchungen entgegen, wobei der Kreis von einer „normalen Belastung für ein Mischgebiet“ ausgeht, wie es in der Vorlage dazu heißt. „Was untersucht wurde, ist unbedenklich“, erklärte Kreisdirektorin Iris Pott. Ihr zufolge wird die zu überbauende Fläche am ehemaligen Bahnhof Loh komplett versiegelt.

Das neue Jobcenter für den Südkreis soll untergebracht werden in einem mehrgeschossigen Neubau mit einer Bruttogeschossfläche von ca 5500 Quadratmetern (ca. 4000 Quadratmeter Nutzfläche). Hinzu kommen 120 bis 150 Parkplätze. Baustart soll im Juli 2017 sein, die Fertigstellung Ende 2018, so dass das Jobcenter am 1. Januar 2019 den Betrieb am neuen Standort aufnehmen kann. Es ersetzt die bisherigen Anlaufstellen in Schwelm, Gevelsberg, Ennepetal, Sprockhövel und Breckerfeld.

Das Gebäude wird so konzipiert, dass es nicht nur Platz für die 175 Mitarbeiter des Jobcenters bietet, sondern auch für bis zu 30 Mitarbeiter der Ausländerbehörde. Ob die Behörde aber tatsächlich miteinzieht oder doch im Kreishaus verbleibt und ob für diesen Fall eine andere Behörde mit zum ehemaligen Bahnhof Loh zieht, wird vom Kreis gerade überprüft, wie Kreisdirektorin Iris Pott am Montag mitteilte.Vom Kreistag noch zu beschließen ist, in welcher Form das Gebäude errichtet wird. Der Beschluss soll in der Sitzung am 24. Oktober getroffen werden.

In Eigenregie planen und bauen

Die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ergab, dass der Kreis am besten damit fährt, wenn er das neue Dienstgebäude im Eigenbau realisiert.

Wegen begrenzter Kapazitäten in der eigenen Verwaltung solle dazu ein Generalplaner beauftragt werden, der das Vorhaben bis zur Genehmigungsplanung vorantreibt. Anschließend soll der Bau an einen Generalunternehmer vergeben werden, der das Gebäude – eventuell auch die Außenanlage – schlüsselfertig errichtet.

Die Errichtung durch einen privaten Investor, wobei der Kreis später Mieter würde, oder in Form einer öffentlich-privaten-Partnerschaft (PPP-Modell) birgt nach Auffassung der Prüfer zu viele Risiken für den Kreis. Deswegen raten sie davon ab. „PPP-Modelle rechnen sich erst ab Investitionen von 10 bis 20 Millionen Euro“, war am Montag im Ausschuss zu hören.

Da liegt der Jobcenter-Bau noch deutlich drunter. Der Kreis geht von Kosten in Höhe von 8,25 Millionen Euro aus. Darin noch nicht enthalten sind allerdings die Kosten fürs Grundstück, für den Notar und die Grunderwerbsteuer. Auch die Kosten für die Errichtung des Parkplatzes kommen noch hinzu.

Der Politik bleibt nun bis zum 24. Oktober Zeit, sich mit den verschiedenen Umsetzungsvarianten auseinanderzusetzen. Der Kauf an sich ist beschlossene Sache. Damit steht fest, dass das neue Jobcenter für den Südkreis definitiv nach Schwelm kommt.