Neuer Wirbel in der Kunstrasen-Diskussion

ie Sportanlage An der Rennbahn bietet nach Einschätzung von Uwe Hugendick genügend Platz für zwei Kunstrasenplätze. Wobei die Sicherheitsabstände zu der Hochspannungsleitung eingehalten blieben, ist der Student überzeugt.
ie Sportanlage An der Rennbahn bietet nach Einschätzung von Uwe Hugendick genügend Platz für zwei Kunstrasenplätze. Wobei die Sicherheitsabstände zu der Hochspannungsleitung eingehalten blieben, ist der Student überzeugt.
Foto: www.blossey.eu

Schwelm..  Faustdicke Überraschung in der Kunstrasen-Diskussion: Uwe Hugendick, Student der Architektur aus Schwelm, hat ein Konzeptpapier erarbeitet, wonach der Bau zweier Kunstrasenplätze auf dem Sportplatz Rennbahn als machbar erscheint. Vertreter von VfB und SpVg Linderhausen sind nach erster Durchsicht angetan und ziehen weitere Überprüfungen in Betracht.

Der Sportplatz An der Rennbahn wird damit genau zu dem Zeitpunkt wieder zu einem Thema, in dem Zweifel an der Wahl des bisher favorisierten Standortes für die Kunstrasenplätze, an der Gevelsberger Straße in Linderhausen, aufkommen. Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit den Eigentumsverhältnissen und drohende juristische Auseinandersetzungen haben bereits Schatten auf das Projekt Sportpark Nord geworfen.

Standort fiel 2009/10 durchs Raster

Die Idee zu seiner Arbeit kam Hugendick vor kurzem am Rande eines Gespräches mit unserer Redaktion. Gesprochen wurde über Chancen und Risiken von Stadtentwicklung am Beispiel Schwelm. Dabei handelt es sich um das Thema seiner Abschlussarbeit (Bericht dazu siehe Seite Schwelm). Hugendick erklärte am Donnerstag, dass er kurz darauf noch einmal von Vätern zweier VfB-Fußballer angesprochen worden sei, doch bitte mal zu schauen, ob der Sportplatz An der Rennbahn als Standort zweier Kunstrasenplätze denkbar wäre. 2009/2010 fiel dieser Standort bei der Suche durchs Raster, unter anderem wegen verkehrlicher Probleme und der Nähe zur Hochspannungsleitung.

Hugendick hatte daraufhin nach eigener Darstellung Informationen eingeholt und war das Plangebiet „wie bei einer Vorprüfung“ (O-Ton) Punkt für Punkt durchgangen. Er sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Fläche des jetzigen Sportplatzes mit Laufbahn und Tribüne groß genug ist für zwei Kunstrasenplätze, wobei die Sicherheitsabstände zur Hochspannungsleitung sehr wohl eingehalten werden können. Auch was die Parkplatzsituation betrifft, sieht Hugendick den Standort als machbar an. Es gebe in seinem Konzept sogar eine Lösung für die Leichtathleten, auf dem Sportplatz Rote Berge.

Der VfB hatte vergangenes Wochenende erstmals von Hugendicks Werk erfahren. In kleiner Runde und nach erster Überprüfung habe man die Ausarbeitung als so fundiert bewertet, wie Michael Starke vom Vorstand erklärte, dass man beschloss, die SpVg Linderhausen darüber zu informieren. Dies geschah am Dienstag und soll dort in kleiner Runde ähnliche Reaktionen hervorgerufen haben, wie schon beim VfB, erklärte Starke. Mittwochmorgen habe man dann Bürgermeister Jochen Stobbe im Rahmen eines ohnehin angesetzten Gespräches davon berichtet.

Hitzige Debatte im Sportausschuss

Der Bürgermeister informierte am Nachmittag desselben Tages den Sportausschuss darüber, woraufhin dann eine teils hitzige Debatte darüber, wie diese Information zu bewerten sei, einsetzte.

Wie Ulrich Sack von der SpVg Linderhausen erklärte, wolle man den laufenden Prozess nicht gefährden, weil schlimmstenfalls das gesamte Kunstrasen-Projekt zu scheitern drohe. Auch Michael Starke vom VfB schwebt vielmehr vor, Uwe Hugendicks Ausarbeitung erst einmal weitergehend zu prüfen, ob es sich tatsächlich um eine brauchbare Alternative handelt oder nicht.

Darüber will der Vorstand des VfB heute auch mit den Mitgliedern bei der Jahreshauptversammlung im Vereinsheim am Brunnen sprechen.