Neuer Pächter im Caffè Cube 3

Weiß das bewährte Team von Caffè Cube3 hinter sich: Arton Bicaj (Bild Mitte). Der 29-Jährige hatte gestern seinen ersten Tag als neuer Chef des Bistros.
Weiß das bewährte Team von Caffè Cube3 hinter sich: Arton Bicaj (Bild Mitte). Der 29-Jährige hatte gestern seinen ersten Tag als neuer Chef des Bistros.
Foto: Bernd Richter

Schwelm..  Zeitenwechsel in der Fußgängerzone. Wo Caffè Cube 3 draufsteht, ist nicht mehr Conti drin. Mit Beginn des Monats Juni hat Arton Bicaj das Ruder in dem Bistro am Bürgerplatz übernommen. Hinter ihm steht das bewährte Team von Conti. Zehn der zwölf Mitarbeiter haben den Wechsel zum neuen Pächter mitgemacht. Mit einem großen bunten Blumenstrauß wurde am Montag der neue Chef willkommen geheißen.

Bistro nicht neu erfinden

Anton Bicaj wird das Bistro im Sparkassenpavillon nicht neu erfinden, sondern will es im Sinn der Familie Conti weiterführen – und langsam entwickeln. Conti selbst allerdings bleibt der Kreisstadt natürlich erhalten. Innerhalb des traditionellen Familienbetriebs wird ein Generationswechsel vorbereitet, soll mit dem Sohn die Eistradition weitergeführt werden. „Wir sind keine Konkurrenten, werden uns weiterhin gegenseitig helfen und unterstützen“, stellt Neu-Unternehmer Arton Bicaj klar. „Conti betreibt das reine Eisgeschäft, wir bedienen die Bistro-Schiene.“

Er erfüllt sich mit dem Sprung in die Selbstständigkeit einen Herzenswunsch. „Für mich ist es ein Glücksfall. Ich hatte nie gedacht, dass es so weit kommen wird“, freut sich der zweifache Familienvater, der in Schwelm aufgewachsen ist und die heimischen Gepflogenheiten seiner Kunden natürlich kennt. „Conti gehört in die Fußgängerzone. Conti deshalb Konkurrenz zu machen, wäre für mich nie in Frage gekommen“, sagt er selbst. Gastronomie ist für Arton Bicaj kein Fremdwort. Bruder Driton Bicaj hat vor elf Jahren das Restaurant Da Pino am Altmarkt übernommen. Vor ebenfalls elf Jahren hatte Conti auch das ehemalige Café Haas wieder auf Vordermann gebracht.

„Mein Bruder hat bei mir die beste Ausbildung genossen“, versichert der 31-jährige Blutsverwandte mit einem Lächeln. Als vor einigen Jahren bei Arton Bicaj der Wunsch nach einer eigenen Selbstständigkeit aufkam, suchte er von Gastronom zu Gastronom das Gespräch mit dem erfahrenen Renzo Conti, stellte ihm seine Pläne vor. Als Standort für sein Bistro hatte er sich wegen der Konkurrenzsituation eher Köln als Schwelm vorgestellt. Doch statt in die Fremde abwandern zu müssen, bot Conti eine Perspektive in der Kreisstadt und er schlug zu.

Vor knapp zwei Wochen wurde es ernst, Arton Bicaj hospitierte täglich im Caffè Cube 3. „Die Weichenstellung mussten wir im Vorfeld natürlich geheim halten, denn sonst wäre in Schwelm die Hölle los gewesen“, entschuldigt Arton Bicaj die Geheimniskrämerei. Doch damit ist es nun vorbei. Der Einfluss des neuen Chefs soll sich auch auf der Speisekarte widerspiegeln. Ihr Umfang soll zunehmen, alle 14 Tage soll das Angebot wechseln. „Es wird alles frische Sachen geben. Kleinigkeiten für wenig Geld und viel regionale Produkte sollen auf den Tisch kommen“, verspricht der Jungunternehmer, der als Hobby „Arbeiten“ angibt.

Das Herz hängt am Kaffee

Sein Herz hängt jedoch neben der Familie am Kaffee. „Mit allem, was auch nur am entferntesten mit Kaffee zu tun hat, kann ich mich tagelang aufhalten“, sagt Arton Bicaj. Die Wahl eines neuen Kaffeelieferanten war auch das Erste, was der neue Chef in die Wege geleitet hat. Ab sofort kommt die schwarze Bohne aus der kleinen Kaffeerösterei Moccambo mit Sitz in Remscheid. Bevor sich der viel beschäftigte Chef von Caffè Cube 3 wieder dem original italienischen Kaffeautomaten und seinen Kunden zuwendet, verrät er noch schnell sein Lieblingskaffeegetränk: Cappuchino auf italienische Art mit ganz wenig Schaum.