Neuer Innenglanz für Schmuckstück im Dorf

Die Evangelische Kirche Rüggeberg wird ab 8. Juni 2015 innen saniert und modernisiert. Die Arbeiten dauern voraussichtlich vier Monate und kosten etwa 180000 Euro.
Die Evangelische Kirche Rüggeberg wird ab 8. Juni 2015 innen saniert und modernisiert. Die Arbeiten dauern voraussichtlich vier Monate und kosten etwa 180000 Euro.
Foto: WP

Ennepetal..  Kaum hat Rüggeberg seine 700-Jahr-Feier hinter sich gebracht, da geht es im Höhendorf schon wieder an die Arbeit: Am morgigen Sonntag findet der letzte Gottesdienst in der Kirche statt, bevor die Handwerker dort einziehen. Das denkmalgeschützte Gotteshaus wird im Innern gründlich saniert. Moderne Ton- und Bildtechnik, ein neuer Anstrich, das Aufarbeiten von Holzsäulen, Empore und Türen sowie die Instandsetzung der Bleifenster stehen auf dem umfangreichen Programm. Mit etwa vier Monaten Bauzeit rechnet die Evangelische Kirchengemeinde.

Vor einigen Jahren wurde die Kirche außen renoviert und der Glockenturm instand gesetzt. Die letzte umfangreichere Innenrenovierung des denkmalgeschützten Baus, der 1826/27 errichtet wurde, liegt jedoch schon mehr als 50 Jahre zurück. Nun werden mehrere Gewerke auf einmal in Angriff genommen:

Licht

„Die Kirche erhält ein neues Lichtkonzept“, erklärt Pfarrer André Graf. Die Zahl der Hängeleuchten an der Decke wird von sechs auf acht erhöht. Drei weitere Strahler, die vor allem das Geschehen im Altarbereich in Szene setzen können, werden an den Luftschächten eingebaut. Zudem werden die wenig einladendem Leuchtstoffröhren durch Lichtleisten mit LED-Technik ersetzt. Die Wandleuchten sollen erhalten bleiben. Das Licht werde dimmbar sein, erklärt der Pfarrer.

Technik

Moderne Ton- und Bildtechnik wird in der Kirche installiert. Ein neues Lautsprechersystem soll durch die Anordnung der Boxen ermöglichen, dass auf allen Plätzen nahezu gleich gut gehört werden kann. Bassboxen verstärken musikalische Beiträge und eine Induktionsschleife macht es auch den Nutzern von Hörgeräten angenehmer, den Gottesdiensten zu folgen. Darüber hinaus wird es mehr Sender und neue, auch für Gesang besser geeignete Mikrofone geben.

Geschaffen wird auch die Möglichkeit zur Bildprojektion. Auf zwei Leinwänden – eine unten, eine oben – können Filme und Bilder gezeigt werden. Eine zentrale Leinwand sei aufgrund der Enge der Kirche keine – bezahlbare – Alternative. Gesteuert wird die Technik über ein Mischpult im hinteren Bereich des Kirchraumes. Durch die Einstellmöglichkeit verschiedener Standardprogramme soll die Technik auch für Laien leicht zu handhaben sein.

Schreinerarbeiten

Die Säulen, die die Empore stützen, werden aufgearbeitet und mit neuen Sockeln versehen. Die Türen werden ebenfalls aufgearbeitet. Auch die Kanzel, die so alt ist wie die Kirche, wird von Fachkräften restauriert. Die Kassetten an der Empore werden zudem ausgebessert. Und an den sehr steilen Treppenaufgängen wird jeweils ein zweiter Handlauf angebracht.

Malerarbeiten

Der gesamte Innenraum erhält einen neuen Anstrich. „Dazu wird erst die Farbe von den Wänden entfernt“, so André Graf. Anschließend gibt es einen mineralischen, atmungsaktiven Anstrich. „Die Kirche wir insgesamt etwas heller als bisher“, so der Pfarrer. Allerdings müssen die Farben noch denkmalpflegerisch genehmigt werden. Die Decke wird ebenfalls gestrichen, zuvor werden Risse darin ausgebessert. Die Kassettenvertäfelung der Empore wird auch etwas heller gestrichen und zudem der Goldrand nachgezogen.

Fenster

Aus Denkmalschutzgründen sollen die Bleifenster erhalten bleiben, weil sie inzwischen eine Rarität sind. Eine Instandsetzung tut not, weil Feuchtigkeit an den Rändern eindringt. Die Idee, entweder von außen oder von innen Glasscheiben davor zu setzen, wurde verworfen. Nun werden die Fenster ausgebaut, aufgearbeitet und wieder eingesetzt.

Noch neu ist die Pelletheizungsanlage, die im Zuge der Außensanierung vom Förderverein Evangelische Kirchengemeinde Rüggeberg spendiert worden war. Der Boden wird ausgebessert und einzelne Marmorplatten ersetzt, bleibt aber weitgehend erhalten. Hinzu kommen einige Nacharbeiten an der Außenfassade, wo Schäden am Putz behoben werden, die ihre Ursache wohl in einer nicht ausreichenden Abdichtung des Gemäuers haben.

Am kommenden Montag geht es mit der Arbeit los, wenn ein Orgelbauer die Orgel einschalt, um sie zu schützen. Anschließend wird ein Raumgerüst errichtet. „Der obere Bereich der Kirche ist dann nicht zu nutzen“, erklärt Pfarrer André Graf. Der untere Bereich könne aber zumindest zeitweise trotz der Arbeiten genutzt werden. Ab Mitte Juli sei es möglich, zumindest an den Feriensonntagen, wenn die Besucherzahl nicht ganz so groß ist wie sonst, Gottesdienste zu feiern. Dann habe die Gemeinde auch die Möglichkeit, sich ein Bild zu machen, wie die Sanierung voranschreitet. „Es wird aber nicht an jedem Sonntag gehen“, meint André Graf. Dann ist Improvisieren angesagt. Das Gemeindehaus neben der Kirche oder das CVJM-Haus am Nottloher Weg könnten Ausweichmöglichkeiten sein. „Wir hoffen, dass wir spätestens Erntedank in der fertig gestellten Kirche feiern können“, meint der Pfarrer.