Neuer Firmensitz für 3,1 Millionen Euro

Auf dem Reißbrett ist der Neubau der Schlossfabrik Bever & Klophaus an der Rheinische Straße
Auf dem Reißbrett ist der Neubau der Schlossfabrik Bever & Klophaus an der Rheinische Straße
Foto: WP

Schwelm..  Die Schlossfabrik Bever & Klophaus hat ein 11 000 Quadratmeter großes Grundstück am ehemaligen Bahnhof Loh gekauft, um den Firmensitz aus der Innenstadt dorthin zu verlagern. An der Rheinischen Straße direkt neben dem neuen DHL-Logistikzentrum sollen bis zum Jahresende 2015 eine neue Produktionshalle samt Bürogebäude gebaut werden. Geplant ist, dass die Produktion ab Januar 2016 am neuen Standort erfolgt.

Es gibt wohl kaum jemand in Schwelm, der so viele Schlösser besitzt wie Hans-Dietrich Mohr. Es sind sogar so viele, das er mit dem Verkauf dieser Schlösser gutes Geld verdient. Und damit sich das auch in Zukunft nicht ändert, braucht seine Schlossfabrik Platz, um expandieren zu können.

„Wir platzen aus allen Nähten“, sagt „Bömmes“ Mohr, Geschäftsführer des mit 205 Jahren ältesten Unternehmens in der Kreisstadt. Die Schlossfabrik an der Lessingstraße hat in den letzten Jahren einen rasanten Wachstumskurs hingelegt und die Anzahl der Mitarbeiter von 50 im Jahr 2013 auf über 70 gesteigert. Der Umsatz von Bever & Klop­haus wuchs durchschnittlich im zweistelligen Prozentbereich. Der Neubau ist dringend nötig, damit das Unternehmen seinen Erfolgskurs auch in den nächsten Jahren fortschreiben kann. Am jetzigen Firmensitz direkt neben dem Kreishaus wird über drei Etagen gearbeitet. Selbst der Raum unter dem Dach ist bis auf den letzten Quadratzentimeter ausgereizt. Die Produktion auf engstem Raum stellt für das traditionsreiche Familienunternehmen eine logistische Herausforderung dar. „Die Produktionswege und der Materialfluss sind nicht ideal“, sagt Hans-Dietrich Mohr.

Doch mit den räumlichen Engpässen ist es in absehbarer Zeit vorbei. Die Firma Bever & Klophaus hat den Bauantrag im Rathaus gestellt. Die Planungen für den Neubau sind abgeschlossen. Ist alles fertig, stehen 3000 Quadratmeter Produktionsfläche und 1000 Quadratmeter Bürofläche zur Verfügung. Am alten Firmensitz musste alles auf weniger als 2000 Quadratmeter Fläche über drei Etagen zusammengepfercht werden. „Wir haben jede Fläche ausgenutzt, für die Entwicklung und Produktion neuer Produkte fehlt uns einfach der Platz“, sagt der Firmenchef.

Verwertung Lessingstraße noch offen

Die Stadt zeigt sich sehr kooperativ“, lobt Hans-Dietrich Mohr die Zusammenarbeit mit der Schwelmer Verwaltung. „So bald wir die Baugenehmigung haben, kann es losgehen und das Grundstück erschlossen werden.“ Die Finanzierung stehe, die Ausschreibungen sind vorbereitet. Insgesamt wird das Unternehmen in seinen neuen Firmensitz rund 3,1 Millionen Euro investieren. Das Grundstück bietet darüber hinaus noch 3000 qm zusätzliche Expansionsfläche.

Mit dem Umzug an der Rheinische Straße will das Unternehmen auch seine Produktionsmittel modernisieren – für einen weiteren siebenstelligen Betrag. „Auf der Wunschliste steht neben einer neuen Stanze auch eine moderne Lackiererei. „Für den 76-jährigen „Bömmes“ Mohr ein wichtiger Beitrag, das Unternehmen zukunftssicher aufzustellen. Wie die Altimmobilie nach dem Wegzug aus der Lessingstraße künftig verwertet wird, ist laut Hans-Dietrich Mohr noch nicht entschieden.

Die Firma Bever & Klophaus konnte ihre Umsätze in den letzten Jahren auch durch Firmenzukäufe steigern. Im Jahre 2001 haben die Schwelmer die Firma Peso, vor drei Jahren die Firma Stuco (beide Heiligenhaus) übernommen. Die Handelsmarken werden weitergeführt, die Produktion jedoch in Schwelm zusammengeführt. „Wir gehen komplett an den neuen Standort“, so Hans-Dietrich Mohr.

Insgesamt beliefert der Schwelmer Schlosshersteller ca. 3000 Kunden. Der Anteil am Baumarktgeschäft hat sich besonders stark entwickelt. Dabei handelt es sich überwiegend um Schlösser für den Baubereich, die der Fachhandel in Deutschland abnimmt. „Die Exportbremse für uns ist die DIN. Die gilt nur in Deutschland“, sagt Hans-Dietrich Mohr. Viele Länder hätten ihre eigenen Normen, die Schlösser entsprechende andere Abmessungen als in Deutschland üblich. „Wir können im Grunde genommen jedes Schloss machen, was gewünscht wird. Selbst handgefertigte Schlösser stellen kein Problem dar“, stellt der Geschäftsführer die Vielfältigkeit seines Unternehmens unter Beweis.