Neue Ennepetaler Forschungen

Gartengrotte in der Ortschaft Ebinghausen nahe der Heilenbecker Talsperre.
Gartengrotte in der Ortschaft Ebinghausen nahe der Heilenbecker Talsperre.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der Arbeitskreis Ennepetaler Stadtgeschichte feiert ein Jubiläum. Die 25. Ausgabe der Ennepetaler Forschungen ist fertig.

Ennepetal.. Themen in der neuen Ausgabe sind: die Geschichte des Brabandstalls in Voerde, die Gartengrotten in Ennepetaler Gärten, das Leben im Ortsteil Verneis, der Heimatschriftsteller Wilhelm Crone zu seinem 75. Todestag und die Geschichte der Roma-Verfolgung durch die Nationalsozialisten im Stadtgebiet – ein Aufsatz unter dem Titel „Von Milspe aus nach Auschwitz“.

Die neue Ausgabe der Ennepetaler Forschungen beginnt gleich mit einem Sonderaufsatz, nämlich zum Thema Gartengrotten, von Lothar Kruse. „Früher haben sich viele in ihren Gärten aus Sintergestein eine Grotte gebaut“, erklärt Hans Hermann Pöpsel. Manch einer hatte sogar in der Kluterthöhle eine Stalaktite rausgebrochen und mitgenommen. Vor 100 Jahren hätten da einige keine Hemmungen gehabt, sagt Pöpsel. Inzwischen sei die Höhle glücklicherweise unter Naturschutz. Lothar Kruse bezieht sich nicht nur auf die Kluterhöhle, sondern auch auf die Geschichte der Höhlen generell und vor allem auf die Fertigung der heimischen Gartengrotte, und welche Baustoffe dafür verwendet wurden.

Geschichte des Brabandstalls

Karl-Heinz Giesick arbeitet die Geschichte des Brabandstalls auf, der zwischen dem „Gut Braband“ und dem Schellenberg liegt. Er schreibt: „Ältere Generationen können sich vielleicht noch erinnern, dass hier nach dem Zweiten Weltkrieg illegal Schnaps gebrannt wurde.“ Giesick befast sich in den Ennepetaler Forschungen auch mit „Verneis bei Voerde in Westfalen“. Nach seinen Recherchen befindet sich die erste urkundliche Erwähnung des oberen Bereichs des Ennepetaler Ortsteils Hasperbach, der schon seit Jahrhunderten Verneis genannt wird, im Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486.

Einem sehr bewegenden Thema widmet sich Hans Hermann Pöpsel. Er schreibt über die Deportation von Zigeunern und Roma – wie sie von örtlichen Polizisten abgeholt worden sind und in Auschwitz getötet wurden. Pöpsel schreibt auch darüber, wie die wenigen Überlebenden in den 50er Jahren versuchten, eine geringe Wiedergutmachungen zu erhalten. Und dabei sei mit Härte vorgegangen, erzählt der ehemalige Redakteur. Einer Frau, deren Tochter von den Nazis ermordet wurde, wurde nur lapidar auf den Antrag geschrieben, „abgelehnt wegen Fristversäumnis.“

Der letzte Aufsatz der Schriftreihe beschreibt das Leben von Wilhelm Crone. Sein Todestag jährt sich am 23. Dezember zum 75. Mal. Renate Hülsenbeck. Der Lehrer, Heimatforscher, Archivar, Museumsgründer und Schriftsteller starb im Alter von 65 Jahren.

INFO:

Die Ennepetaler Forschungen Nr. 25 sind ab sofort erhältlich bei Bücher Bäcker, Voerder Straße, Lotto Bohm (Heilenbecke-Einkaufscenter), Lotto im Marktkauf, an der Rathaus-Info, bei Lotto Ziegler und Uhren Arnst-Hömberg in Altenvoerde sowie in Voerde im Reisebüro Birker und bei Zeitschriften Krüner, An der Kirche.

Außerdem kann man die Forschungen in den Räumen des Stadtarchivs an der Kirchstraße/Ecke Heinrichstraße in Milspe bekommen. Das Archiv ist montags von 14 bis 17 Uhr und dienstags von 9 bis 12 Uhr für Publikum geöffnet.

Der Arbeitskreis Stadtgeschichte hat außerdem ein 24-seitiges Stichwortverzeichnis zu den bisher erschienen 25 Heften drucken lassen, das kostenlos an Interessenten abgegeben wird.