Nena-Konzert spaltet Musik-Szene

Wehringhausen..  Die Hagener ­Musik-Szene scheint in zwei Lager gespalten. Während die einen sich auf das innerhalb von einer Minute ausverkaufte Konzert von Nena im Kulturzentrum Pelmke in Wehringhausen freuen, formiert sich auf der Facebookseite „Hagena“ (Hagener gegen einen Nena-Auftritt) im virtuellen Raum augenzwinkernder Protest.

Am Tag vor dem Konzert in dem einen städtischen Kulturzentrum (Pelmke) steigt jetzt im anderen städtischen Kulturzentrum (Kultopia) eine Art Gegenveranstaltung: die „A.a.N NDW-Party“. „A.a.N.“ steht für „Alles außer Nena“ – auf der Fete am Freitag, 6. März, die die Macher der Facebookseite organisieren, werden Lieder der Neuen Deutschen Welle gespielt. Nur nicht die der Frau, die in Hagen aufgewachsen ist.

„Dass diese Feier ausgerechnet im Kultopia stattfindet, hat für mich schon ein Geschmäckle“, sagt Jürgen Breuer, Leiter des Pelmke-Kulturzentrums, „richtig prickelnd finden wir das nicht. Wir haben uns dazu entschlossen, das Konzert mit Nena zu machen. Dazu stehen wir auch. Wer ein Alternativ-Programm sucht, kann auch am Abend vorher zum Ska-Konzert in die Pelmke kommen.“

„Eigentlich ein Spaß“

Im Kultopia verweist man darauf, dass man die Fete ja keineswegs selbst ausrichte. „Es ist eine Fremdveranstaltung“, so Marco Zeh, „wir sehen uns da nicht in der Verpflichtung, diese Party nicht zuzulassen, nur weil keine Nena-Lieder gespielt werden. Man sollte solche Dinge nicht zu ernst nehmen.“

Das findet auch einer der Seiten-Gründer, der aus Sorge vor Droh-Anrufen nicht namentlich genannt werden will. Die habe es gegenüber Nutzern, die auf der Seite diskutieren, schon gegeben. „Für uns war und ist das Ganze eigentlich ein Spaß. Die teilweise heftigen Reaktionen haben uns schon überrascht. Wir wollen niemanden auf die Füße treten. Zu Diskussionen über das Konzert in Hagen beizutragen war unser Ziel.“ Am 7. März wollen die Initiatoren ihre Facebook-Seite sterben lassen. Die Party werde ein witziger Abschluss.

Kritik wird aufrecht erhalten

Die Kritik an dem Nena-Konzert allerdings hält er aufrecht: „Das hat nichts mit einer Heimkehr nach Hagen zu tun. Es geht um den Kommerz. Das sieht man schon an den Eintrittspreisen. Die Tickets sind über das Internet verkauft worden. Da werden kaum Hagener im Saal sein.“

Zumindest Nena scheint sich zu freuen: „Mal sehen, vielleicht schließt sich da ja ein Kreis für mich, und ich kann endlich mit meiner nicht so gelungenen Grundschulzeit Frieden machen,“ sagt sie mit Blick auf die Pelmke, in der sie zur Schule gegangen ist.