National Express beerbt die Deutsche Bahn

So sehen  die Züge von National Express aus, die ab Dezember 2015 auf der Strecke RE 7 fahren werden. Die Aufnahme entstand beim Hersteller Bombardier im Werk Hennigsdorf.
So sehen die Züge von National Express aus, die ab Dezember 2015 auf der Strecke RE 7 fahren werden. Die Aufnahme entstand beim Hersteller Bombardier im Werk Hennigsdorf.
Foto: ullstein bild

Ennepe-Ruhr..  Bahnkunden im EN-Südkreis müssen sich an neue Zugfarben gewöhnen. Das Rot der Deutschen Bahn wird in Zukunft mehr und mehr verschwinden. Stattdessen rollen bald weiß-blaue Züge des britischen Verkehrskonzerns National Express durch den EN-Südkreis. NX Rail hat nach der Strecke RE 7 (Rhein-Münsterland-Express), die sie ab Dezember 2015 bedient, den Zuschlag auch für die Linie RE 4 (Wupper-Express) bekommen.

Jährlich 2,5 Millionen Zugkilometer

Die Vergabe des RE 4 mit jährlich rund 2,5 Millionen Zugkilometern fiel Mitte Juni an das deutsche Tochterunternehmen der Briten. NX Rail wird die Strecke ab Ende 2020 bedienen. Vereinbart wurde eine Laufzeit von 13 Jahren. Die RE-7-Strecke wurde schon vor geraumer Zeit für 15 Jahren an NX Rail vergeben. Die Vergabe erfolgte durch die am Rhein-Ruhr-Express beteiligten Zweckverbände, u.a. Verkehrsverbund Rhein-Ruhr.

National Express verspricht den Bahnkunden mehr Komfort und Sicherheit sowie schnellere und pünktlichere Zugverbindungen. Ziel sei es, die Betriebsqualität auf den Strecken zu verbessern. „Vor allem sollen die heutigen Verspätungen auf der Linie RE 7 durch die höheren Anforderungen reduziert werden“, teilte das Unternehmen auf seiner Internetseite mit. Das, so erklärte ein Sprecher auf Nachfrage, werde vor allem durch den Einsatz neuerer Fahrzeuge erzielt. Das auf der Strecke RE 7 eingesetzte Modell Bombardier Talent II erreiche Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometern (bisher 140 km/h), biete Platz für bis zu 510 Personen (30 mehr als bisher), und die drei- bzw. fünfteiligen Züge verfügten über mehr Türen (alle barrierefrei) als die bisher auf der Strecke eingesetzten Züge. Dies ermögliche einen schnelleren Ein- und Ausstieg, was wichtigster Faktor für einen pünktlichen Fahrplan sei, wie das Unternehmen erklärte.

Gleiches gelte auch für die Bedienung der Strecke RE 4 ab 2020. Hier werden allerdings Siemens-Züge (Eindecker und Doppeldecker) auf die Schiene gebracht, die je nach Bedarf in Doppeltraktion fahren. Pro Zug seien so Kapazitäten von mehr als 800 Sitzplätzen möglich, teilte NX Rail mit. Die Vergabe des Auftrags an Siemens sei bereits erfolgt.

Auch der Siemens-Zug könne Geschwindigkeiten bis zu 160 Stundenkilometern erreichen, die auf den Strecken durch den EN-Südkreis allerdings nicht möglich bzw. erforderlich sind.

Was die Taktung betrifft, will man auf der Strecke RE 7 am Stundentakt festhalten. Anders beim RE 4. Hier müssen sich Bahnkunden auf leichte Änderungen einstellen, erklärte NX Rail. Es sei geplant, in Zukunft den Takt im Berufsverkehr und zwischen Düsseldorf und Aachen zu verdichten.

Wie National Express mitteilte, verfügen alle Züge auf der Strecke RE 7 über eine Videoüberwachung sowie mindestens eine Toilette pro Fahrzeug. Nach 19 Uhr seien alle Züge mit einem Fahrgastbetreuer besetzt. Angaben diesbezüglich zur späteren Bedienung der Strecke RE 4 macht das Unternehmen noch keine.

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