Närrische Hausbesetzer tanzen Kasatschok

Mit einem Delfin bewaffnet will Bürgermeister Claus Jacobi das Rathaus verteidigen.
Mit einem Delfin bewaffnet will Bürgermeister Claus Jacobi das Rathaus verteidigen.
Foto: WP

Gevelsberg..  Nie wird im Gevelsberger Rathaus so gelacht wie am Rosenmontag. Als Meeresgott Neptun empfing Bürgermeister Claus Jacobi wunschgemäß die heimischen Narren gestern beim Sturm auf Rathaus. Obwohl ihm sein Stellvertreter Stefan Biederbick als Flunder verkleidet zur Seite sprang, gelang es dem Duo nicht, die Karnevalisten abzuwehren. Prinz Dirk I. entriss den Politikern, die von dem Charme seiner Prinzessin Petra IV. sichtlich verwirrt waren, den Schlüssel zum Rathaus.

Den brauchten die Narren auch, weil nämlich noch einige Rechnungen - sprich Thesen - zwischen Stadt und Narrenvolk offen waren. Aber erst einmal hatte der Chef der Hausbesetzer das Wort.

Prinz Dirk I. bedankte sich für die große Unterstützung in den närrischen Tagen: „Da kann ich nur meinen Prinzenhut ziehen und mich verbeugen.“ Bürgermeister Claus Jacobi bedauerte, das Kulturprogramm im letzten Augenblick umstellen zu müssen. „Wir haben eigentlich einen Mandolinen-Spieler engagieren wollen. Der ist aber an der Lichterkette hängen geblieben“, spielte er auf ein Abenteuer eines selbsternannten Bürgermeister-Kandidaten aus Ennepetal an.

Dafür griff Dagmar Tewes von der Musikschule zur Balalaika, was die Vorführung eines nicht ganz ungefährlichen Tänzchens mit dem Namen Kasatschok mit sich brachte. Wie von den Narren verlangt, stimmte Tewes -danach unterstützt von den Drewermann-Spatzen und Günter Dabruck das Lied „Atemlos“ von Helene Fischer in einer neuen Version: „Atemlos, den Berg hinauf, das Prinzenpaar gibt Freibier aus.“ Damit war die nächste These des Prinzenpaars erfüllt.

„Arielle“ kam nur als Poster

Die Stellvertretende Bürgermeisterin Annette Bußmann konnte die ihr gestellte Aufgabe nicht selbst erfüllen. Sie weilte in Urlaub und konnte nur als überdimensionales Poster als „Arielle, die Meerjungfrau“ aufs närrische Volk hinab lächeln. „Flunder“ Stefan Biederbick trat schließlich im Torwand-Schießen gegen Prinz Dirk I. an und besiegte ihn mit 2:1.

Noch am Rosenmontag schier begeistert war Funkenmariechen Jennifer von dem Landtagsabgeordneter Hubertus Kramer. Er musste ihr im Zug auf dem Weg in die Landeshauptstadt ein Frühstück servieren. Kramer löste das auf diplomatische Art. Kramer nutzte das Angebot im Speisewagen eines ICE, musste dafür aber den Umweg über Hagen und Köln in Kauf nehmen: „Dort haben wir dann ein Foto mit dem Dreigestirn gemacht. Am Dom hängst ein Plakat von denen.“

Mit einem Imbiss im Ratssaal für das Narrenvolk, der Uraufführung eines Films über den karnevalistischen Wettkampfs zwischen Bürgermeister und Prinz und einem großen Dankeschön an die drei Damen aus dem Büro des Bürgermeisters - Petra Akin, Ulla Grimm und Christine Richert - die die Party im Rathaus organisiert hatten, ging der offizielle Teil das Karnevals „made in Gevelsberg“ zu Ende. „Es war eine Super-Sache“, freute sich der für einen Tag entmachtete Bürgermeister Jacobi über so viel Spaß an der Freude.