Nachwuchs probt den Ernstfall

Schwelm/Gevelsberg..  Dichter Rauch dringt aus Türen und Fenstern eines großen Mehrfamilienhauses. Wartungsarbeiten an einer Heizungsanlage haben einen Brand im Kellerbereich ausgelöst, der sich nun rasch ausbreitet. Zudem werden die beiden Heizungsmonteure vermisst. Im nächsten Augenblick trifft ein Löschgruppenfahrzeug der Feuerwehr Schwelm mit eingeschaltetem Blaulicht am vermeintlichen Unglücksort ein. Lageerkundung.

Übungsdienst in der Tobienstraße

Währenddessen trifft ein weiteres Fahrzeug ein, diesmal von der Feuerwehr Gevelsberg. Die ersten interessierten Zuschauer verfolgen das Einsatzgeschehen. Wen sie jedoch zu sehen bekommen, sind nicht etwa die erwarteten, erwachsenen Feuerwehrmänner und -frauen. Nein, es sind die Retter von morgen, die Mitglieder der Jugendfeuerwehren aus Schwelm und Gevelsberg, die in der Tobienstraße in Schwelm einen gemeinsamen Übungsdienst durchführen.

Mittlerweile wurden die Einsatzbefehle erteilt und die ersten Schläuche ausgerollt, „Erstes C-Rohr Wasser marsch“, heißt es. Hand in Hand erledigen die einzelnen Trupps ihre Aufgaben, suchen und retten vermisste Personen, löschen den vermeintlichen Brandherd und betreuen verletzte Menschen. Letztendlich steht fest: Alle Vermissten wurden gerettet, und das Feuer wurde erfolgreich bekämpft – eine hervorragende Leistung der jungen Feuerwehrmänner und -frauen.

Die Ideen für diesen und einen weiteren gemeinsamen Übungsdienst entstanden während der Teilnahme beider Übungsleiter, Yvonne Beyer (Jugendfeuerwehr Gevelsberg) und Leonard Diergarten (Jugendfeuerwehr Schwelm), an einem Jugendgruppenleiterlehrgang im November 2014. Den Ideen folgten konkrete Maßnahmen, über die Abstimmung der Dienstpläne sowie der Ausarbeitung von Übungskonzepten bis hin zur finalen Vorbereitung und Durchführung der Dienste.

Dienst in der Kreisfeuerwehrzentrale

Während die Jugendfeuerwehrmitglieder im Alter von 14 bis 17 Jahren die oben beschriebene Übung in Schwelm durchführten, hatten ihre jüngeren Kameraden im Alter von 10 bis 14 Jahren bereits einen gemeinsamen Dienst an der Kreisfeuerwehrzentrale in Gevelsberg-Silschede absolviert. Dem Feuerwehrnachwuchs wurde dort Schritt für Schritt das Vorgehen bei einem Löscheinsatz beigebracht. Außerdem hatten die Mitglieder beider Jugendfeuerwehren Gelegenheiten, Fahrzeuge der jeweils anderen Wehr kennenzulernen, eine Runde im Korb der Drehleiter zu fahren und sich allem voran untereinander auszutauschen und neue Freundschaften zu schließen.

„Beide Übungsdienste sind hervorragend verlaufen, da sind wir absolut zufrieden und sehr stolz auf unsere Jugendlichen“, betont Leonard Diergarten. Er erklärt: „Während der Zusammenarbeit konnten untereinander freundschaftliche, kameradschaftliche Bande geknüpft werden, die für Feuerwehren so unglaublich wichtig sind.“ Auch von den Jugendfeuerwehrmitgliedern war viel positives über die gemeinsamen Übungsdienste zu hören.

Ein Wiedersehen der jugendlichen Helfer gibt es auf jeden Fall, spätestens bei der in Gevelsberg stattfindenden Kreisjugendfeuerwehrübung.