Nachhaltigkeit als Thema auf Stundenplan

Kung Fu China, ebenfalls ein Kursangebot am Märkischen Gymnasium. Bei der Projekt-Präsentation konnten auch das die Besucher sehen.
Kung Fu China, ebenfalls ein Kursangebot am Märkischen Gymnasium. Bei der Projekt-Präsentation konnten auch das die Besucher sehen.
Foto: Andreas Reinshagen

Schwelm..  Hektisches Treiben in den Gängen des Märkischen Gymnasiums Schwelm (MGS). Dutzende Schüler eilen durch die Gänge des alten Schulgebäudes. Es handelt sich aber keineswegs um den bekannten Schulalltag. Es ist die Abschlussveranstaltung der Projektwoche, die alle drei Jahre für die Schüler angeboten wird. Die Schülervertretung hat dann die Aufgabe, ein passendes Thema auszuwählen. Zum diesjährigen Motto rund um Nachhaltigkeit waren damit wieder Schüler, Lehrer und auch einige Eltern gefragt, konnten eigene Vorschläge für kreative Unterrichtseinheiten einbringen.

Bau von Fledermaus-Nistkästen

Auch Katja Dünges aus Gevelsberg nutzte mit ihrer Tochter die Chance und machte den Vorschlag, Fledermaus-Nistkästen in ihrem Kurs bauen zu lassen. In den drei Tagen wurde dann in dem Klassenraum, in dem eigentlich Biologie-Unterricht stattfindet, kräftig geschraubt, gebohrt und Rohholz zugeschnitten. Gleich 18 Kinder aus den Klassen 5 bis 10 nutzten die Gelegenheit, aktiv beim Schutz der Fledermäuse in der Region mitzuwirken.

„Fledermäuse sind vom Aussterben bedroht, aber unabdingbar für die Natur“, weiß Dünges, die gleich den Großvater ihrer Tochter mit ins Seminar gebracht hatte. „So mache ich auch noch mal etwas mit meinem Enkelkind und fühle mich glatt in die Schulzeit zurückversetzt“, sagt der Rentner sehr beeindruckt. In Fünfzehn-Minuten-Schichten wechselten sich die Schüler der Gruppen ab, um Ihre Projekte vor den Besuchern zu präsentieren. „Es gab Projekte, die sehr stark nachgefragt waren“, weiß Projektleiterin Sandra Thiel. Mehr als 80 Schüler meldeten sich alleine für den Bau von Longboards oder Kanus an. Daraus entstanden dann gleich drei Gruppen. Mit „Stand Up Paddling“, sogenannten Stehpaddeln, stellten die Schüler dann aus alten PET-Flaschen solche Wassersportgeräte selbst her, testeten die Fahrbarkeit dann auch erfolgreich auf dem Beyenburger Stausee.

Die Nachhaltigkeit fand aber auch bei allen anderen der 40 Projekte eine kreative Anwendung. Drumcycling nannte sich ein Projekt, bei dem aus Abfall Musikinstrumente gebaut und zum Abschlusskonzert auch gespielt wurden. Aus Naturmaterialien stellten die Schüler Leinwände her, zeigten in einer Ausstellung die entstandenen Kunstwerke. Sude Yalcinkaya und Tabea Bantze aus der 7. Klasse entwickelten in ihrem Projekt ein neuartiges Modekonzept. Alte Klamotten konnten im Projektzeitraum abgegeben, gegen sogenannte „StyleCoins“ neue Kleidungsstücke kostenfrei erworben werden.

Mehr als 500 Kleidungsstücke kamen dabei in den drei Tagen zusammen. „Man muss seine alten Klamotten nicht gleich wegschmeißen, bei uns passiert noch etwas Sinnvolles damit“, betonen die beiden Schülerinnen. Im Flur nebenan verkaufen die Schülerinnen unter dem Titel „Upcycling“ Dekoartikel, die aus alten Gegenständen entstanden sind. Obstschalen, Teelichter oder Handyhalter sind damit nur ein kleiner Teil des entstandenen Sortiments.

Kochen mit regionalen Produkten

Für die Besucher gibt es aber an diesem Tag auch kulinarische Raffinessen. Matteo Battista aus der zehnten Klasse hat sich in seinem Kurs Gedanken über nachhaltiges Essen gemacht. Die Anforderungen der Schüler an die Rezepte sind streng: Fair-Trade-Produkte sollen es sein, möglichst günstig und aus der Region kommen mit wenig CO2-Verbrauch. Beim Kochen sollen sie wenig Energie verbrauchen und lange haltbar sein. „Es ist aber gar nicht so aufwendig“, betont der Schüler, „viele Produkte bekommt man schon hier aus der Region, beispielsweise auf dem Markt.“ Sein Favorit: Die Gemüsequiche, „geht schnell und muss nicht lange in den Ofen.“ Bei solch einer Präsentation haben sich die Schüler nach einer solchen Leistung erst mal die Sommerferien verdient.