Nach Brand enorme Hilfsbereitschaft für Familie in Ennepetal

Bei dem Wohnungsbrand am Sonntag verlor die Familie Basco ihr Hab und Gut.
Bei dem Wohnungsbrand am Sonntag verlor die Familie Basco ihr Hab und Gut.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Mit so einer Welle der Hilfsbereitschaft hat Sabine Richert nicht gerechnet – und schon gar nicht die Familie Basco. Die hatte bei dem Brand in dem Mehrfamilienhaus an der Klutertstraße alles verloren und war zu allem Unglück auch nicht versichert.

Ennepetal.. Sabine Richert richtete deshalb ein Spendenkonto für das Rentnerehepaar ein. „Und die Reaktionen darauf sind unglaublich toll“, sagt die Ennepetalerin und freut sich. Denn die Anteilnahme ist riesig.

Auch Gabriele Kühnhauser war bewegt von dem Schicksal des Ehepaares. Sie hat aus unserer Zeitung davon erfahren und sofort in der Redaktion angerufen, um zu helfen. „Eine Tante von mir musste ins Heim, in ihrer Wohnung ist alles, was man zum Leben braucht“, sagt die Gevelsbergerin und hofft, dass sie dem Ehepaar eine Freude macht.

„Das Ehepaar Basco ist sehr dankbar für jede Hilfe“, sagt Sabine Richert. Sie steht oft in Kontakt mit den Bascos, vor allem aber auch mit den Kindern der beiden, die gerade alle Hände voll tun hätten, all die Sachen abzuholen, die den Eltern geschenkt werden.

Auch Leser helfen

„Ich hatte vorher gedacht, wenn ein bisschen was bei der Aktion herauskommen würde, dann wäre ich schon zufrieden“, aber solch eine Resonanz hatte sie nicht erwartet. „Das geht mir richtig unter die Haut“, sagt Sabine Richert.

So wie Gabriele Kühnhauser haben auch zwei weitere Familien ihren gesamten Hausrat angeboten. Ein Paar zieht in eine Senioreneinrichtung, in einem anderen Fall ist jemand gestorben und die Haushaltsauflösung steht an. Das Telefon bei Sabine Richert steht nicht still.

Am Anfang waren es Freunde und Bekannte, mittlerweile sind es wildfremde, die ihre Unterstützung anbieten. Ihre Tochter studiert in Iserlohn und auch dort ist die Hilfsbereitschaft groß. Freunde von ihr brachten Geld, einen Fernseher und eine Mikrowelle vorbei.

Auch die Eigentümerin der Immobilie an der Klutertstraße, in der es am vergangenen Sonntag gebrannt hat, habe eine größere Spende überwiesen, erklärt Sabine Hinz. Sie arbeitet für die Hausverwaltung Meiners und Hinz und kümmert sich auch um das betroffene Haus. „Ich finde es toll und absolut wichtig, dass es jetzt eine Spendenaktion gibt“, sagt sie und hat sich auch bereits daran beteiligt. Naturgemäß hätte die Hausverwaltung viel mit Handwerkern zu, an alle habe sie den Spendenaufruf weiter geleitet. Je mehr davon wüssten, desto besser.

Sabine Hinz ist generell von der Hilfsbereitschaft in der Klutertstraße begeistert. Ein Ehepaar hätte zum Beispiel eine ältere Dame für zwei Tage bei sich aufgenommen. Auch sie wohnte in dem Unglückshaus, das durch einen defekten Deckenfluter in Brand geraten war, eine Etage über den Bascos.

In all der Tragik habe die Hausverwalterin auch viel bewegendes gesehen, als sie während des Brandes vor Ort war. Sie sah, wie Anwohner dabei halfen, die Inhalte der Kühlschränke zu sichern, beim Suchen ihre Unterstützung gaben und sich um die geschockten Hausbewohner kümmerten.

Brandsanierer im Haus

Zurzeit sind noch Brandsanierer bei der Arbeit, entfernen den Ruß, der sich überall verteilt hat. „Alle Wohnungen müssen gereinigt werden“, sagt Sabine Hinz. Doch im Lauf der nächsten Woche, so hofft sie, können fast alle wieder einziehen. Bis auf Familie Basco. Die Sanierung ihrer Wohnung werde wohl drei, vier Monate in Anspruch nehmen. Vieles, was die Bascos verloren haben, wird nie wieder ersetzt werden können. All die persönlichen Dinge, die Erinnerungsstücke. Doch nach dem Schock von vor sechs Tagen ist der Neuanfang geschafft. Dank der Hilfe vieler Menschen.