Mitglieder für Umzug nach Wetter

Ennepetal./Wetter..  Die Biologische Station ist ein ganzes Stück näher nach Wetter gerückt. Nachdem bereits der Ennepe-Ruhr-Kreis als neuen Standort den Steinbruch Albringhausen in Wetter ins Spiel brachte, haben sich nun auch die Mitglieder des Vereins in einem Beschluss deutlich dafür ausgesprochen, dass sie „einem Umzug positiv gegenüber stehen, vorbehaltlich jedoch der Durchführbarkeit“, wie die Stationsleiterin Dr. Britta Kunz betont.

Antrag bis 16. Juli

Fest steht, dass ein Umzug nur klappt, wenn es Fördermittel gibt. Die will der Ennepe-Ruhr-Kreis durch die Teilnahme an einem Wettbewerb des NRW-Wirtschaftsministeriums erreichen. Bis zum 16. Juli muss die Bewerbung für „Erlebnispunkt NRW – Tourismuswirtschaft stärken“ in Düsseldorf eingegangen sein, dann entscheidet eine Jury.

Dr. Britta Kunz macht deutlich, dass die Initiative für einen Ortswechsel nicht von der Biologischen Station ausgehe. Die Räume in Ennepetal seien jedoch von vornherein ein Provisorium gewesen. Es gebe kein schönes Außengelände, und dass die Räume auf drei Etagen verteilt seien, sei ebenfalls nicht optimal. Außerdem habe die Station einen privaten Vermieter. Dadurch sei es schlecht möglich, langfristig zu planen.

Im März hatte dann der Kreis das Konzept vorgestellt, dass sich die Biologische Station gemeinsam mit dem Geopark Ruhrgebiet und Forststützpunkten des Regionalverbandes Ruhr im stillgelegten Steinbruch in Albringhausen ansiedeln könnte. Das Gebiet in Wetter sei ein passender Naturraum, wie der Kreis findet, auch weil sich mit dem Uhu und der Geburtshelferkröte zwei schützenswerte Arten angesiedelt hätten. In einem oberirdischen Kohleflöz sind zudem versteinerte Bäume entdeckt worden. Ein Fund, den die Untere Landschaftsbehörde dazu veranlasst hat, den Steinbruch zum Naturdenkmal zu erklären. Das Verfahren läuft.

Dadurch, dass sich nun auch die Mitglieder der Biologischen Station bei der Standortfrage klar positioniert haben, ist die Alternative Schwelm wohl endgültig vom Tisch. Im vergangenen Jahr sind Pläne vorgestellt worden, der Einrichtung am Rande der Freizeitanlage Martfeld eine neue Heimat zu geben. Die Anwohner waren von dieser Idee jedoch nicht begeistert, sie befürchteten zu viel zusätzlichen Verkehr. Mit dem Steinbruch in Wetter kam nun eine Alternative auf den Tisch.

Touristische Nutzung

Die Ennepetaler Politik möchte die Biologische Station jedoch gerne in der Klutertstadt halten und hat angekündigt, mögliche Standorte auf eigenem Gebiet vorzuschlagen. Das CVJM Waldheim und der Alhauser Hammer sind in diesem Zusammenhang bereits genannt worden. Der Ennepetaler Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen erklärte jedoch im Hauptausschuss, dass er davon ausgehe, dass wenn Fördermittel bewilligt werden, ein Umzug nach Wetter wohl nicht zu verhindern sei.

Was sich aus Sicht des Kreises positiv auf einen Förderbescheid auswirken könnte, ist der Radweg „Von Ruhr zur Ruhr“, der in unmittelbarer Nähe am Steinbruch entlang führt. Ein mögliches Zentrum für Natur und Bildung mit der Biologischen Station wäre damit touristisch gut zu erreichen. Und für den Kreis spricht noch ein Aspekt für Wetter als neuen Standort. Er würde in der Mitte des Kreises liegen, betont Pressesprecher Ingo Niemann.