Mit leeren Flaschen gegen die Wasserarmut

Erfolgreiche Aktion: Innerhalb weniger Tage haben Robin Sturm, Emily Möller, Philip Müller und Sina Laskywitz (von links) bereits mehrere Mülltüten mit leeren Pfandflaschen eingesammelt. Der Erlös für das Leergut dürfte sich daher auf jeden Fall im dreistelligen Bereich bewegen.
Erfolgreiche Aktion: Innerhalb weniger Tage haben Robin Sturm, Emily Möller, Philip Müller und Sina Laskywitz (von links) bereits mehrere Mülltüten mit leeren Pfandflaschen eingesammelt. Der Erlös für das Leergut dürfte sich daher auf jeden Fall im dreistelligen Bereich bewegen.
Foto: WP

Ennepetal..  Mit leeren Flaschen Wasserarmut bekämpfen: Dieser geradezu philosophische Ansatz, den vier Schüler des Reichenbach-Gymnasiums verfolgen, bringt nicht nur praktischen Nutzen, sondern auch eine Auszeichnung. Emily Möller, Sina Laskywitz, Philip Müller und Robin Sturm haben mit dem Projekt „Wasser für Pfandflaschen“ beim 62. Europäischen Wettbewerb unter dem Motto „Europa hilft – hilft Europa?“ einen ersten Preis auf Landesebene gewonnen.

Philosophiekurse dabei

Lehrerin Barbara Weise hatte mit ihren Philosophiekursen in den Jahrgangsstufen acht und neun an dem Wettbewerb teilgenommen. In kleinen Gruppe sollten die Schüler zu dem Thema etwas erarbeiten. So entstanden Bilder, Essays – und die Projektidee der vier Schüler aus der Jahrgangsstufe neun. „Uns ist aufgefallen, dass viele Schüler ihre Pfandflaschen einfach in den Müll werfen oder auf dem Tisch stehen lassen. Wir dachten, dass wir die Flaschen sammeln und zu Geld machen können. Das wollen wir dann an die Hilfsorganisation ,Wasser für die Welt spenden’“, erklären Emily (16), Sina (15), Philip (14) und Robin (16) ihre Idee. Die Schüler hängten in jedem der 96 Klassenräume am Reichenbach-Gymnasium eine selbst designte Mülltüte auf, verbunden mit der Aufforderung an ihre Mitschüler, leere Pfandflaschen dort hineinzuwerfen. Am Dienstag startete die Aktion – und nach gerade einmal drei Tagen hatten die vier Projektverantwortlichen schon ein Dutzend voller Tüten wieder eingesammelt.

Das Projekt gefiel der NRW-Jury des bundesweiten Schülerwettbewerbs so gut, dass sie dafür einen ersten Preis vergab. Am 21. Mai werden die Schüler in Dortmund ausgezeichnet. Anschließend wird das Projekt auf Bundesebene bewertet. Vielleicht klappt es auch dort mit einem Preis.

Der jährlich durchgeführte Europäische Wettbewerb, der unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten steht, wird in diesem Jahr bereits zum 62. Mal veranstaltet. Etwa 80 000 Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen und Schulformen haben sich unter dem Motto „Europa hilft – hilft Europa?“ künstlerisch und kreativ mit Themen wie Flüchtlingspolitik, Nachhaltigkeit, Armut, Wasser, Bildung befasst und ihre Kritik, Visionen und Ideen in Bildern, Videos und Texten umgesetzt.

Weitere Erfolge für das RGE

Der Wettbewerb hat das Themenspektrum in zwölf altersgerechten Aufgabenstellungen aufgegriffen, bei denen sich die Teilnehmer nicht nur kreativ, sondern auch kritisch mit europäischer Entwicklungshilfe und Europas Verantwortung für die Welt auseinandersetzen sollten.

Insgesamt war das Reichenbach-Gymnasium bei dem Wettbewerb sehr erfolgreich. Isa Büsgen und Luca Samlidis, ebenfalls aus der Jahrgangsstufe neun, gewannen jeweils mit einem Essay einen zweiten Preis. Und drei Gruppen aus der Jahrgangsstufe acht erreichten jeweils einen dritten Preis.

Europa steht im Mittelpunkt

Europa steht am Reichenbach-Gymnasium in diesen Tagen nicht nur durch die erfolgreiche Teilnahme einiger Schüler am Europäischen Wettbewerb besonders im Blickpunkt. In der am Donnerstag begonnen und bis Mittwoch dauernden „Europawoche“ befassten sich die Schüler auf ganz vielfältige Weise mit dem europäischen Gedanken. Schwerpunkt ist in diesem Jahr Spanien.

Ausstellungen über Land und Leute, Stierkampf und Fußball, Städte, wichtige Feste und vieles mehr gestalteten Schüler des RGE, das das Siegel „Europaschule“ trägt. Die Zweigstelle der Stadtbücherei bietet eine Auswahl spanischer Literatur an und in Kunstkursen entstanden von spanischen Malern wie Picasso inspirierte Werke. Und kulinarisch beteiligt sich die Mensa mit mediterranen Spezialitäten an der Woche. Nicht zuletzt versorgt der Ernährungskurs der Jahrgangsstufe neun die Schüler mit verschiedenen Tapas, den in Spanien so beliebten Häppchen.

Ein Sozialwissenschaftskurs der Jahrgangsstufe Q2 hat auf übergroßen Fußabdrücken den europäischen Einigungsprozess Schritt für Schritt dargestellt. Derzeit hängen die Abdrücke in einem Flur. „Wir suchen aber noch nach einer Möglichkeit, wie wir sie dauerhaft im Eingangsbereich auf dem Boden anbringen können“, erklärt Lehrer Christian Sowa.