Menschen aus 94 Nationen leben in der Kreisstadt Schwelm

Das Standesamt einschließlich Trausaal und das Bürgerbüro sind in der Schillerstraße zu finden.
Das Standesamt einschließlich Trausaal und das Bürgerbüro sind in der Schillerstraße zu finden.
Foto: WP

Schwelm..  Die Liebenden in der Kreisstadt trauen sich nicht mehr so wie in früheren Jahren: Die Zahl der Eheschließungen ist im dritten Jahr in Folge zurückgegangen. Insgesamt gaben sich 2014 vor den Standesbeamten 121 Paare das Ja-Wort. Im Jahr davor waren es noch 137, 2012 sogar 165 Paare. Das geht aus der Jahresstatistik des Bürgerbüros hervor, die unsere Zeitung abgefragt hat.

Brautpaare lieben Haus Martfeld

Das Haus Martfeld steht bei Brautpaaren nach wie vor hoch im Kurs – obwohl die Trauung dort mit 100 Euro extra in Rechnung gestellt wird. 85 Ehen (Vorjahreszahlen in Klammern: 108) wurden dort geschlossen. Die Trauung im Trausaal in der Schillerstraße kostet keine Extra-Gebühr. Dort gaben sich 36 (29) Liebende das Ja-Wort vor dem Standesbeamten. 3 (4) gleichgeschlechtliche Paare holten sich im letzten Jahr den behördlichen Segen und erklärten ihre Lebenspartnerschaft.

Die Zahl der Eheschließungen ist zwar erneut gesunken, jedoch ist auch seit mehreren Jahren ein Anstieg der Geburten zu verzeichnen. 705 neue Erdenbürger beurkundeten die Schwelmer Standesbeamten 2014 und damit 15 mehr als noch im Jahr zuvor. 2012 wurden nur 615 Geburten gezählt. 143 (2013: 148) Mütter kamen aus Schwelm, 560 (542) Mütter hatten ihren Wohnsitz außerhalb Schwelms.

Die Statistik des Helios-Klinikums spricht für das Jahr 2014 von 720 Geburten. Der Unterschied in den Zahlen erklärt sich dadurch, dass das Standesamt zwischen den Tagen geschlossen hatte. „Einen Notdienst gibt es zwischen den Tagen nur für Sterbefälle“, sagt Ordnungsamtsleiter Christian Rüth. Die Babys, die in den letzten Kalendertagen des alten Jahres auf die Welt kamen und im neuen Jahr angemeldet worden sind, fallen in die Zuständigkeit der Jahresstatistik 2015. „Wer in Schwelm geboren wird, muss auch in Schwelm angemeldet werden“, so der Ordnungsamtschef zu dem Prozedere.

Die Stadt Schwelm führt eine eigene Meldestatistik, die sich aus den Geburten und Sterbefällen errechnet. Deshalb kann es zu Abweichungen zur offiziellen Meldestatistik des Landes NRW kommen. Um 19 auf 681 angestiegen ist die Zahl der Sterbefälle – mit Wohnsitz Schwelm waren es 389 (371), von außerhalb 292 (291).

Sinkende Einwohnerzahl

Wie in vielen anderen Städten auch sinkt die Einwohnerzahl in Schwelm. Nach der Meldestatistik lebten zum Stichtag 31. Dezember 2014 insgesamt 28 886 (29 049) Menschen in Schwelm, davon hatten 28 116 (28 216) ihren Hauptwohnsitz und 770 (833) ihren Nebenwohnsitz in der Kreisstadt angegeben. Innerhalb von zwölf Monaten sind 1644 (1552) Menschen, davon 2014 (199) aus dem Ausland, in die Kreisstadt gezogen. Wegzüge wurden 1541 (1543) registriert, davon gingen 81 (128) ins Ausland. In Schwelm herrscht übrigens ein Frauenüberschuss. 14 983 weibliche Einwohner stehen 13 903 männlichen Einwohnern gegenüber.

Türken größte Gruppe der Migranten

Es gibt gut 190 Staaten auf der Welt. Mit 94 Nationen, die in Schwelm vertreten sind, ist auch die Kreisstadt ein kleiner Schmelztiegel für Vielfalt. Insgesamt 3025 (2897) der Bürger in Schwelm besitzen keinen deutschen Pass. Die zahlenmäßig stärkste Bevölkerungsgruppe mit 852 (861) Menschen stellen die aus der Türkei dar. Weitere in nennenswerter Zahl vertretene Nationalitäten sind: 374 Griechen, 235 Italiener, 155 Polen, 115 Kosovaren, 115 Serben, 92 Portugiesen, 51 Niederländer, 39 Syrer, 28 Spanier, 28 Thais, 18 Inder, 15 US-Amerikaner, 8 Franzosen, je 5 Brasilianer und Kongolesen, 3 Mexikaner und je 2 Mongolen, Japaner und Israelis. Und 1 Schwelmer hat in seinem Pass als Heimatland Nepal stehen.