Mehr Hilfe bei Eingliederung für Behinderte

Ennepe-Ruhr..  „Leistungen der Pflegeversicherung müssen in vollem Umfang für pflegebedürftige behinderte Menschen, die in einer Einrichtung der Eingliederungshilfe leben, gewährt werden. Das entspricht dem Grundgedanken der Inklusion“, diese Forderung formulierten die Landräte aus Nordrhein-Westfalen im Rahmen ihrer Konferenz in Berlin. Auch Landrat Dr. Arnim Brux machte diese Position gegenüber Bundessozialministerin Andrea Nahles und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe deutlich.

Praxis widerspricht Grundgesetz

Nahles stellte den Landräten ihre Überlegungen zum geplanten Bundesteilhabegesetz vor, mit dem die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen zu einem modernen Teilhaberecht weiterentwickelt werden soll. Bislang erhalten pflegebedürftige behinderte Menschen, die in einer Einrichtung der Eingliederungshilfe leben, von der Pflegekasse nur wesentlich geringere Leistungen als andere, nicht behinderte Menschen in Einrichtungen. „Dies widerspricht sowohl der UN-Behindertenrechtskonvention als auch dem Grundgesetz“, kritisierte Brux.

Als weitere Erwartung gaben die Landräte der Ministerin mit auf den Weg, neue Konzepte und Angebote zu schaffen, um den Übergang aus den Werkstätten für Menschen mit Behinderungen auf den Arbeitsmarkt zu erleichtern.

Gegenfinanzierung erforderlich

Vor dem Hintergrund der in Nordrhein-Westfalen jährlich um 200 Millionen Euro steigenden Kosten der Eingliederungshilfe machten die Landräte deutlich: Leistungsausweitungen, die gegebenenfalls mit dem neuen Gesetz verbunden sind, müssen vom Bund gegenfinanziert werden.

Dr. Arnim Brux betonte: „Die derzeitige Kostendynamik ist so groß, dass die Eingliederungshilfe als gesamtstaatliche Aufgabe begriffen werden muss und hier auch der Bund einen Kofinanzierungsanteil zu übernehmen hat.“