Mehr als 25 wollen Bürgermeister werden

Ein Bild vom Tag der Stellenausschreibung von links: Oliver Flüshöh (CDU), Brigitta Gießwein (Grüne), Jürgen Kranz (SWG/BfS), Michael Schwunk (FDP).
Ein Bild vom Tag der Stellenausschreibung von links: Oliver Flüshöh (CDU), Brigitta Gießwein (Grüne), Jürgen Kranz (SWG/BfS), Michael Schwunk (FDP).
Foto: WP

Schwelm..  Von vielen belächelt, von einigen verspottet, doch von allen politisch Interessierten mit großer Aufmerksamkeit verfolgt: Die gemeinsame Suche eines Bürgermeisterkandidaten von CDU, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und der Wählergemeinschaft SWG/BfS ist zumindest in einem Punkt schon jetzt ein Erfolg. Auf die im Herbst veröffentlichte Stellenausschreibung haben sich bis gestern (Stand 18 Uhr) mehr als 25 Personen beworben. Das sind deutlich mehr, als von allen erwartet. Die Frist endete am gestrigen Montag Schlag 24 Uhr. Von hochkarätigen Bewerbern ist die Sprache, auch von welchen aus der Kreisstadt selbst. Sie alle wollen am 13. September Bürgermeister von Schwelm werden.

Überrascht von großer Resonanz

Noch am Montag gingen die letzten Bewerbungen ein. Von einer überraschend großen Resonanz ist die Rede. „Wir sind mehr als zufrieden“, teilte Jürgen Kranz (SWG/BfS) mit. „Ich hatte mit etwa 15 Bewerbungen gerechnet und bin überrascht, dass es so viele wurden“, sagte Marcel Gießwein (Grüne). In gleicher Weise äußerten sich Oliver Flüshöh (CDU) und Michael Schwunk (FDP).

Namen werden vertraulich behandelt, die Rede ist jedoch von gut qualifizierten Bewerbungen in ausreichender Anzahl. „Wir werden uns ernsthaft Gedanken machen müssen, wie wir diese Anzahl bewältigen“, erklärte Flüshöh. Er ließ kein Zweifel daran, dass ihm dies deutlich lieber ist, als nur aus einer kleinen Bewerberschar auswählen zu können.

Das weitere Vorgehen ist klar: Schon am heutigen Dienstag treffen sich alle vier Fraktionsspitzen um 18 Uhr in der Geschäftsstelle von SWG/BfS, um die Termine für die nun bevorstehenden Vorstellungsrunden abzustimmen. Angesichts der Bewerberzahl rechnen alle eher mit zwei und mehr Runden statt nur mit einer. Noch vor den Osterferien will das Fraktions-Bündnis dann im Rahmen einer Wahlveranstaltung seinen Bürgermeisterkandidaten bzw. seine -kandidatin küren. Die Kosten für den anschließenden Wahlkampf wollen sich die Fraktionen teilen. Nach welchem Schlüssel, wird nicht gesagt.

Und wer will nun Schwelms Bürgermeister werden? Nach Auskunft aller vier Fraktionen hat sich für die Kandidatur die gesamte zu erwartenden Bandbreite beworben. Viele Bewerber kämen aus der Verwaltung und hätten Erfahrung in leitender Position. Unter ihnen soll sich ein amtierender Bürgermeister, mindestens ein Beigeordneter und ein Geschäftsführer eines Landesbetriebes befinden.

Alter von 30 bis 60

Es gäbe aber auch eine große Anzahl von Bewerbern aus dem Unternehmensbereich, und viele von ihnen mit Führungserfahrung. Vom Personalvorstand und von Geschäftsführern ist die Rede. Die meisten Bewerber seien männlich. Die Altersspanne soll von Anfang 30 bis Anfang 60 reichen.

Nach Auskunft der Fraktionen stammten fast alle Bewerbungen aus NRW und etliche aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis. Es sollen sich auch mehrere Schwelmer auf die Kandidatur beworben haben. Von einer Hand voll ist die Sprache. Dabei handele es sich um niemanden aus den Fraktionen selbst bzw. aus dem Rat der Stadt Schwelm, stellten die Fraktionen klar. Ein Bewerber aus Schwelm sei zwar politisch aktiv, jedoch in einer anderen Stadt. Vielmehr soll es sich bei den Schwelmer Bewerbern vor allem um Personen aus der Privatwirtschaft handeln, von Unternehmern, wie auch schon mal zu hören war.

Wahl im September

„Was die Qualifikation der Bewerber anbelangt, mache ich mir keine Sorge“, erklärte Oliver Flüshöh am Montag. Marcel Gießwein sieht es ähnlich, weswegen er überzeugt ist: „Wir werden uns nicht schwer tun, einen gemeinsamen Kandidaten zu finden“. Michael Schwunk glaubt ohnehin, dass es bei dem künftigen Kandidaten vor allem auf die Führungskompetenz ankommt. Und die brächten ganz viele Bewerber offenbar mit. Einzig Jürgen Kranz erklärte im Gespräch mit unserer Redaktion, dass ihm bei der ersten Durchsicht auch Bewerber aufgefallen seien, die er für weniger geeignet hält. Gleichwohl ist auch er überzeugt, gemeinsam schnell einen geeigneten Kandidaten zu finden. Wichtig sei vor allem, eine Entscheidung zu treffen, die später auch den Wähler überzeugt, erklärte Flüshöh.

Die Bürgermeisterwahl findet am Sonntag, 13. September 2015, statt. Eine eventuelle Stichwahl würde voraussichtlich am 27. September stattfinden. Amtsinhaber Jochen Stobbe (SPD) hat sich bisher noch nicht erklärt, ob er wieder antreten wird.