Maßstabsgetreu und beweglich

Friedrich-Wilhelm Schlottmann erläuterte den zahlreichen Gästen seinen Doppel-Riemenfallhammer.
Friedrich-Wilhelm Schlottmann erläuterte den zahlreichen Gästen seinen Doppel-Riemenfallhammer.
Foto: WP

Ennepetal..  Vor einem Jahr, als Friedrich-Wilhelm Schlottmann in seinem Haus an der Heilenbecker Straße seinen 90. Geburtstag groß feierte, führte er Landrat Dr. Armin Brux und Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen in den Keller und lüftete ein wenig ein Geheimnis. Schlottmann hatte wieder etwas in Arbeit. Nach einem Jahr, genau 24 Stunden nach seinem 91. Geburtstag, stand Friedrich-Wilhelm Schlottmann im schönen Schieferhaus des Industriemuseums in Altenvoerde und erklärte sein fertiggestelltes Werk: einen Doppel-Riemenfallhammer.

Vor großem Publikum erläutert

Dieses maßstabsgerechte und bewegliche Modell wird nun im Schlottmann-Raum des Industriemuseums zu sehen sein. Vor einem großen Publikum erläuterte Friedrich-Wilhelm Schlottmann die Eigenschaften eines Doppel-Riemenfallhammers: Mit ihm kann vorgeschmiedet werden. Der von Technik begeisterte Senior machte in seinem Kurzvortrag die Besucher auch mit modernsten Arbeitsmethoden in Schmieden vertraut.

Landrat Dr. Armin Brux sprach von „einem besonderen Tag“. Brux würdigte die Fähigkeiten des 91-Jährigen. Schlottmann habe Akribie und Ausdauer, Ingenieurwissen und historisches Wissen. Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen ergänzte die Worte des Landrats und sagte: Wir haben hier zwei Leute, denen wir viel zu verdanken haben: Friedrich-Wilhelm Schlottmann und Prof. Dr. Reinhard Döpp mit seinem Helfern.

In seinen Begrüßungsworten erinnerte Hausherr Prof. Dr. Döpp daran, dass Friedrich-Wilhelm Schlottmann das einzige Ehrenmitglied des Förderkreises Industriekultur sei. Döpp sprach von einer „schönen Überraschung“, die Schlottmann mit seinem Modell „Doppel-Riemenfallhammer“ mache. Prof Döpp überreichte ihm als Dank und auch zum Geburtstag das Buch „100 Jahre Metall in Bildern“.

Blumen für verständnisvolle Ehefrau

In seinen Dankesworten nannte Friedrich-Wilhelm Schlottmann ausdrücklich seinen Freund und Mitstreiter Manfred Flüshöh und dankte auch den Industriemuseums-Mitarbeitern Manfred Henning und Uwe Drees und bezeichnete Prof. Dr. Reinhard Döpp als „Vater des Industriemuseums“. Gerade als Friedrich-Wilhelm Schlottmann liebe Worte für seine Frau Elisabeth sprach und sagte: „Sie hat immer Verständnis für meine Arbeit gezeigt“, wurde ihr ein Blumenstrauß überreicht.

Die vielen Besucher aus Vereinen und Verbänden saßen noch längere Zeit bei Kaffee und Tee in gemütlicher Runde zusammen. Und Friedrich-Wilhelm Schlottmann hat in seinem Keller bereits wieder etwas in Arbeit. Verraten sei hier: Es ist etwas ganz Neues für ihn, der ja auch in „seiner Art Künstler ist“. So schilderte Horst Gockel die Persönlichkeit Schlottmanns beim Tischgespräch.