Maschinen stand bei Firma ABC in Flammen

Weil kein Verantwortlicher zu erreichen war, musste die Feuerwehr die Maschine schließlich gewaltsam mit einer Flex öffnen.
Weil kein Verantwortlicher zu erreichen war, musste die Feuerwehr die Maschine schließlich gewaltsam mit einer Flex öffnen.
Foto: WP

Gevelsberg..  Die Spätschicht lief am Freitag erst knapp zwei Stunden, als plötzlich dichter Rauch eine Halle der Firma ABC an der Kölner Straße füllte. Flammen schlugen aus einer Maschine. Dass sich das Feuer nicht zu einem ausgewachsenen Brand ausweitete, ist der guten Reaktion der Arbeiter und dem schnellen Handeln der Gevelsberger Feuerwehr zu verdanken. Doch für die wurde es dennoch ein Einsatz, der länger dauerte als gewollt, weil kein Verantwortlicher des Industriebetriebs greifbar war.

Kraftakt für die Wehrleute

„Wir haben die Halle umgehend verlassen und die Feuerwehr gerufen“, erzählt einer der Angestellten, die in dem Gebäude arbeiteten, als dieses plötzlich von dichtem, beißenden Rauch erfüllt war und aus der Maschine Flammen schlugen. Als die Rettungskräfte alarmiert waren, schnappten sich die Männer Feuerlöscher und erstickten die offensichtlichen Flammen selbst. Währenddessen schrillten gegen 23.45 Uhr die Sirenen in Gevelsberg. Vollalarm, weil nie sicher ist, ob auch giftige oder explosive Stoffen in einer solchen Firma mit den Flammen in Kontakt kommen können.

Die Besetzung der Hauptwache und alle drei Löschzüge aus dem Stadtgebiet sowie mehrere Rettungswagen eilten zur Einsatzstelle an der Kölner Straße und fanden in einer der hinteren Hallen den brennenden Ofen einer Beschichtungsanlage vor. Die Maschine, die Metallplatten durchlaufen, damit die Beschichtung bei normalerweise 310 Grad härtet, wurde umgehend abgeschaltet. Unter der Einsatzleitung des stellvertretenden Gevelsberger Feuerwehrchefs Uwe Wolfsdorff rückten Trupps unter schwerem Atemschutz dem Brand zu Leibe. Und das bei Außentemperaturen, die immernoch jenseits der 25 Grad lagen – ein Kraftakt für die Feuerwehrleute.

Maschine noch voll mit Material

Schnell stand fest, dass unter der Metallhülle der etliche tausend Euro teuren Anlage Schwelbrände im Dämmaterial vorlagen. Das Problem: Gegen Mitternacht war niemand mehr im Betrieb, der sich eingehend mit der Maschine auskennt und weiß, wie sie an den jeweiligen Stellen zu öffnen ist. Belegschaft und Pförtner versuchten jemand Verantwortlichen zu erreichen, der entscheidet, wie weiter vorgegangen werden kann. Doch dieses Vorhaben blieb mehr als eine Stunde ohne Erfolg, so dass die Kameraden der Maschine mit einer Flex zu Leibe rückten.

„Wir müssen sicherstellen, dass alle Glutnester gelöscht sind und sich nicht noch einmal ein Feuer entzündet“, sagte Uwe Wolfsdorff, der sich nach dem erfolgreichen Öffnen mit dem nächsten Problem konfrontiert sah: Wem sollte er die Einsatzstelle übergeben? Denn auch eineinhalb Stunden nach Alarmierung war es nicht möglich, jemanden zu erreichen, der von der Firma ABC aus entscheiden konnte, was nun mit der Maschine passieren sollte. Diese war mittlerweile zwar auf unter 80 Grad abgekühlt aber immer noch randvoll mit Metallplatten, die jeweils ungefähr 200 Kilogramm wiegen.

So hieß es für Feuerwehrleute bei der Hitze, die auch noch während der Nacht herrschte: Warten in voller Montur, bis der Einsatz schließlich beendet werden konnte. Zur Höhe des Sachschadens an der Maschine liegen derzeit keine Angaben vor. Verletzt wurde bei dem Firmenbrand zum Glück niemand.