Linke verliert nach Austritt von Mirco Müller Fraktionsstatus

Ennepetal..  Ratsmitglied Mirco Müller hat seinen Austritt aus der Fraktion Die Linke erklärt, behält aber sein Mandat. Da eine Fraktion aus mindestens zwei Mitgliedern bestehen muss, nun aber nur der bisherige Vorsitzende Güzel Albayrak übrig bleibt, verliert die Linke ihren Fraktionsstatus.

„Aus persönlichen Gründen“ sei er ausgetreten, erklärte Mirco Müller auf Nachfrage unserer Zeitung. Näher wolle er sich nicht äußern. Seinen Sitz im Rat, in den er über die Liste der Linke eingezogen war, wolle er behalten, „weil die Partei an Schlagkraft verloren habe und ich keinen sehe, der für mich nachrücken könnte.“ Und er sei zwar durch die Partei in den Rat gekommen, die Partei habe aber auch durch ihn das Mandat bekommen. 2009 stand Mirco Müller auf der Reserveliste der NPD. Davon habe er nichts gewusst, seine Unterschrift sei damals gefälscht worden, sagte er später.

Güzel Albayrak hat kein Verständnis für den Schritt. Vor wenigen Wochen sei Müller an ihn herangetreten und habe gesagt, dass er sich in der Partei nicht mehr wohlfühle, in der Fraktion schon. Er habe angeboten, darüber zu reden, wie es weitergehen könne, so Albayrak. Doch einige Tage später habe er eine SMS erhalten, in der Mirco Müller erklärt habe, dass er aus der Fraktion austrete und das Mandat mitnehme.

Auch der gerade gegründete Linke-Ortsverein verliert Mitglieder. Hans-Joachim Schmitz, Karl-Werner Hirsch und dessen Frau Susanne, die zur Sprecherin gewählt worden war, kündigten offenbar ihren Austritt an. Der weitere Sprecher Peter Helbig war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Querelen auch im Ortsverein

Ob die Austritte mit Auseinandersetzungen über eine Bürgermeisterkandidatur von Dr. Ingo Mehner für die Linke zusammenhängen, könne er nicht sagen, so Güzel Albayrak. Er bestätigte, dass Peter Helbig Gespräche mit Mehner geführt habe. Die Fraktion sei nicht daran beteiligt gewesen. Mittlerweile habe sich das Thema erledigt. „Ich hätte eine Kandidatur von Ingo Mehner auch nicht vertreten können“, so Albayrak.