„Lesen ist wichtig für Herz und Kopf“

Gevelsberg..  Was ein Kind in den ersten Jahren seines Lebens erlebt, ist entscheidend für seine Zukunft, doch die optimalen Lernphasen enden sehr früh. Diese kurze Zeit sollte genutzt werden – am besten in der Familie, in Kindertageseinrichtungen sowie in den Schulen; denn nur so kann man beste Voraussetzungen für eine optimale Entwicklung des Kindes schaffen.

Kinder im ersten bis vierten Schuljahr

Das Programm „Rucksack Schule“, vom Kommunalen Integrationszentrum NRW, richtet sich speziell an Eltern mit Migrationshintergrund und deren Kinder im ersten bis vierten Schuljahr sowie an die Grundschulen, die von den Kindern besucht werden und bietet auf der Grundlage eines ganzheitlichen mehrdimensionalen Konzepts praktische und konkrete Orientierungshilfen für die sprachliche Bildung mehrsprachig aufwachsender Kinder an. Allein im Ennepe-Ruhr-Kreis gibt es bisher neun solcher Rucksackgruppen, bis Ende 2015 soll diese Zahl laut Annette Bußmann vom Kommunalen Integrationszentrum EN sogar auf 20 ansteigen. Ein wichtiger Schulungspunkt ist dabei mitunter der Bereich der „Literaturerziehung“. „Lesen ist wichtig für Herz und Kopf“, wie Büchereileiterin Stephanie Kron am vergangenen Freitag erklärte, als sie einige Mütter der Rucksackgruppen aus den Grundschulen Vogelsang und Schnellmark, in Begleitung von Annette Bußmann und Eda Yalcin (Leiterin dieses Rucksack-Bereichs), in der Stadtbücherei Gevelsberg begrüßten konnte. Die Frauen sollten sich ein Bild davon verschaffen, dass man hier einen Ort der Wissensvermittlung und des kommunikativen Austausches vorfindet. Man hat nämlich kürzlich das Sortiment erweitert und zahlreiche Bücher in türkischer und russischer Sprache angeschafft, die dabei helfen sollen, dass Kinder neben der deutschen Sprache, die sie in der Schule lernen, ihre Muttersprache nicht gänzlich vernachlässigen. In naher Zukunft sollen zudem noch weitere Schwerpunkte und Sprachen bei der Anschaffung von neuen Materialien berücksichtigt werden.

Eltern müssen sich Zeit nehmen

„Je besser man die Muttersprache beherrscht, desto leichter fällt es einem jeden Kind die Zweitsprache zu erlernen.“, sagte Annette Bußmann. Es ist enorm wichtig, dass sich Eltern einfach einmal Zeit nehmen um mit ihren Sprösslingen gemeinsam zu lesen oder ihnen etwas vorzulesen; ihnen dadurch Wärme, Geborgenheit und Nähe zu bieten. Die Stadtbücherei will sich damit allen Bevölkerungsgruppen öffnen; sie möchte ein Ort sein, der eine „Wohlfühlatmosphäre“ und Raum für Entdeckungen bietet, zugleich aber auch als Kommunikationspartner für die bilinguale Sprachförderung fungiert.