Leselernhelfer mit Freude bei der Sache

Gevelsberg..  Die Gevelsberger Leselernhelfer können auf ein ereignisreiches Jahr zurückblicken, das ganz im Zeichen neuer Herausforderungen stand. Vorsitzender Klaus Wortmann lobte auf der Jahreshauptversammlung am Donnerstagabend das vorbildliche Engagement der ehrenamtlichen Lesepaten und freute sich, dass der Verein im Vorjahr nicht zuletzt durch die häufige Pressepräsens erfreulich gewachsen sei.

Allein seit Oktober seien 25 neue Mentoren dazugekommen, so dass man inzwischen 86 Leselernhelfer und 97 betreute Kinder verzeichne. „Diese Arbeit wird mit großer Freude gemacht und ist für die meisten sehr beglückend“, äußerte sich Wortmann und ergänzte, dass bislang kaum ein Pate aufgehört habe. „Die Leseförderung führt nicht nur zu besseren Schulnoten, sondern auch dazu, dass das Selbstbewusstsein der Kinder gesteigert wird. Außerdem hat eine Untersuchung ergeben, dass die betreuten Kinder weniger Gewaltbereitschaft aufweisen“, sagt Wortmann und bezeichnet die Leselernpaten zudem als wichtige, die emotionale Sicherheit steigernde, Bezugspersonen.

Wortmann sprach jedoch auch die neuen Herausforderungen der Flüchtlingsströme an, und dass man neben einer gewissen Kapazitäts-Problematik häufig mit der Situation „Deutsch als Fremdsprache“ konfrontiert sei. „Eigentlich sind wir doch keine Fremdsprachen-Mentoren. Ich sehe die Gefahr, dass das Lesen mit Flüchtlingen von Gesellschaft und Staat ausgenutzt wird“, kritisierte eine Lesepatin, dass es bei der Arbeit der Leselernhelfer eigentlich nur um die Vermittlung der Lesefreude gehen solle und sich die Öffentlichkeit nicht zu sehr von den Leselernhelfern abhängig machen dürfe.

Inzwischen sind die Leseförderer auch in den Flüchtlings-Auffangklassen von Hauptschule und Gymnasium tätig; nach den Sommerferien zudem auch in der Realschule. Ferner sieht man sich auch in den Grundschulen mit zahlreichen Flüchtlingen, die zumeist kein Wort deutsch sprechen, konfrontiert. Hier kritisieren die Leseförderer, dass es dort bislang keinerlei Auffangklassen gebe. „Doch auch in den diesen Klassen können wir auf viele freiwillige Mentoren zurückgreifen, wobei so mach einer sogar zwei oder drei Kinder betreut“, lobte Wortmann und gab zu Bedenken, dass auch am Gymnasium alle 18 Flüchtlinge Mentorenbetreuung erfahren.

„Es gibt immer Kinder, die sich so sehr verweigern, dass es einfach keinen Zweck hat“, sprach Wortmann von so manch einer Hängepartie. Gerade wegen dieser Erfahrungen sei es besonders wichtig, sich regelmäßig untereinander auszutauschen. So trifft man sich alle paar Wochen zum Lesementorenclub in der Stadtbücherei und will diese Lokalität zukünftig noch besucherfreundlicher gestalten. Zudem stehe man seit Gründung im Oktober 2013 stets mit den Leselern-Vereinen aus Bochum, Witten, Hattingen und Gelsenkirchen in Kontakt.