Lehrerkonzert auf hohem Niveau

Von Musik aus Renaissance und Barock bis zeitgemäßem Pop-Songs reicht die stilistische Bandbreite. Die Musiklehrer beeindrucken durch ihr hohes spielerisches Niveau.
Von Musik aus Renaissance und Barock bis zeitgemäßem Pop-Songs reicht die stilistische Bandbreite. Die Musiklehrer beeindrucken durch ihr hohes spielerisches Niveau.
Foto: WP

Schwelm..  Einmal im Jahr stellen sich auch die Lehrer der Schwelmer Musikschule dem Publikum. Darauf bereiten sie nämlich sonst ihre Schüler vor und probten nun wieder einmal, wie es sich anfühlt, selbst im Rampenlicht zu stehen. Um es vorweg zu sagen: Die Musik-Vermittler schlugen sich im gut besuchten Haus Martfeld tapfer und spielten und sangen auf hohem Niveau.

Eröffnung mit Traditionals aus Irland

Von der ganz alten Musik aus Renaissance und Barock, über Klassik, Romantik, klassischer Moder-ne bis zu Folklore, Filmmusik und zeitgemäßem Pop-Song reichte die stilistische Bandbreite. Dementsprechend Vielseitiges gab es zu hören: Mit fetzigen Traditionals aus Irland eröffnete ein Quintett, mit typischer Fiddle und Flöte an den Melodieinstrumenten. Fein ziselierte, spanische Gitarrenweisen wechselten mit schmetterndem Trompetenklang, barocke Blockflötenmusik mit mitreißendem Klezmer.

Auch witzige, eingängige und leichte, aber nicht immer leicht zu spielende Musik hatten die Musikschullehrer auf ihr Programm gesetzt: Für das bekannte Harry-Lime-Thema aus dem Film „Der dritte Mann“ hatte sich Gitarrist Jiri Duchek eigens den typischen schwarzen Hut der Titelfigur aufgesetzt.

Und bei Wolfgang Schröders „Eine kleine Lachmusik“ spürten drei Violinistinnen und Cellistin den witzigen Musikzitaten nach, die die bekannte Mozart’sche Kleine Nachtmusik immer wieder unterbrachen, parodierten und ad absurdum führten. Das war großer Spaß nicht nur für die Musikerinnen, sondern auch für die Zuhörer, die auch das mimische Spiel – etwa bei der hektischen Suche nach dem letzten Akkord — mit begeistertem Applaus belohnten.

Soviel Frohsinn bedurfte natürlich des ernsten Gegenpols. Den lieferte Ferdinand Junghänel mit betörendem Gesang in den melancholischen Renaissance-Liedern von John Dowland. „Der Leiermann“, das letzte Lied aus Schuberts „Winterreise“ atmet den monotonen, melancholischen und dunklen Ton des romantischen Kunstliedes: Großer Beifall für die makellose Darbietung mit Lauten- und Gitarrenbegleitung.

Den Ausflug in die Welt der Popmusik bestritt Sängerin Katharina Weidner mit zwei Songs von Ed Sheeran und Metallica mit sehr gut ausgebildeter Stimme, die sich auch im Jazz bestens behaupten würde.

Passendes Lied zum Nothaushalt

Die Zugabe, bei der alle Akteure beteiligt waren, durfte nicht fehlen: Gabriele Weidner versprach ein passendes Lied zum Nothaushalt der Stadt: „Ich brauche keine Millionen, mir fehlt kein Pfennig zum Glück“. Der anwesende Bürgermeister Jochen Stobbe nahm’s mit Humor und hätte den Heesters-Text des alten Schlagers wohl gerne umgewandelt in „Ich brauche viele Millionen“.