Lehrer baut Unfall im Drogenrausch

Ennepetal..  Wegen Fahrens unter Drogeneinfluss musste sich ein Lehrer einer Evangelischen Grundschule in Wuppertal vor dem Schwelmer Strafgericht verantworten. In Ennepetal hatte der 35-Jährige einen Verkehrsunfall verursacht und gab vor Gericht zu, 48 Stunden zuvor in einer Wuppertaler Diskothek Kokain zu sich genommen zu haben.

Es geschah während der Herbstferien im vergangenen Jahr. Am Montagvormittag des 12. Oktobers machte er sich auf den Weg zu Verwandten in Breckerfeld. An der Kreuzung Loher, Linden- und Hagener Straße in Voerde verlor er die Gewalt über seinen VW Golf. Das offensichtlich durch eine Ohnmacht. Der Wagen rollte plötzlich rückwärts über die gesamte Kreuzung, bis das Fahrzeug durch einen Begrenzungspfahl und eine Metallplanke gestoppt wurde (Schaden: 250 Euro). Es grenzt an ein Wunder, dass der Unfall nicht weitaus schlimmere Folgen hatte.

Keine Erinnerung an das Unglück

An das Unglück selbst konnte der Angeklagte sich vor Gericht nicht erinnern. „Ich wurde erst im Rettungswagen wieder wach.“ Später wurde ihm eine Blutprobe abgenommen. Ergebnis: überdeutliche Einnahme von Amphetaminen und anderen Medikamenten.

Laut eigener Aussage habe der Grundschullehrer bereits im Dezember 2013 eine Art Krampfanfall bekommen. Er sei mehrfach ohne eindeutige Diagnose untersucht worden und auf vorbeugende Medikamente gesetzt worden.

Dass ein derart großer Amphetamin-Wert festgestellt wurde, konnte er nicht nachvollziehen. „Ich habe keine Amphetamine geschluckt. Ich ging davon aus, dass es reines Kokain war, dass ich mit einem alten Kumpel am Samstagabend konsumiert habe.“ Das solle nichts beschönigen, „aber normalerweise führe ich ein ganz ruhiges Leben – es war eine riesige Dummheit.“

Eine teure Dummheit. Das Schwelmer Strafgericht verurteilte den 35-jährigen Lehrer zu 2800 Euro Geldstrafe. Sein Führerschein wurde eingezogen und die Verwaltungsbehörde angewiesen, dem Pädagogen frühestens in einem halben Jahr eine neue Fahrerlaubnis auszustellen. Davor dürfte allerdings noch die medizinisch-psychologische Untersuchung stehen.