Leben spielt Mensch ärgere dich nicht

Gevelsberg..  Wer hat nicht schon oft überlegt, wie er gelassener und optimistischer durchs Leben kommt? Ein Rezept dafür müsste es geben. Am Mittwochabend haben die Besucher des Seminars „Mensch ärgere dich nicht“ der Volkshochschule (VHS) Ennepe-Ruhr Süd gemeinsam mit dem Referenten Tomas Reters im Bürgerzentrum über Wege gesprochen, wie man gelassener durchs Leben kommt, auch wenn es gerade mal nicht so gut läuft und warum Ärger oftmals genau die beste Lösung für bestimmte Probleme ist.

Mit sieben Leuten auf Spurensuche

Reters selbst ist freiberuflich tätig und gibt im Raum Niedersachen und Nordrhein-Westfalen die unterschiedlichsten Seminare in denen er Fragestellungen bearbeitet die sich viele Leute immer wieder stellen. Auch am Mittwoch hat er sich mit sieben Leuten auf die Spurensuche begeben und sich im ersten Teil seines Vortrags gefragt: worauf baut mein Lebensglück auf? Worauf baue ich im Leben? Die Kursteilnehmer haben dafür Begriffe wie Freunde, die Familie, Gesundheit, einen Beruf und ein festes Einkommen und auch sich selbst in den Raum geworfen.

Die Geschichte von Hiob

Reters hat daraufhin die Geschichte von Hiob aus der Bibel erzählt. In der es darum geht, dass Gott dem Teufel zeigen will, dass Hiob ein gottesfürchtiger Mann ist und auch wenn er schlimme Dinge erleiden muss, er sich nicht ändern wird. Hiob wurde nach und nach sein Geld, sein Beruf, seine Familie, seine Freunde und seine Gesundheit genommen, doch er war immer noch gottesfürchtig. Die Fähigkeit zum Selbststand ist hier sehr wichtig.

Der Seminarleiter hat im ersten Teil des Abends den Kommunikationswissenschaftler, Soziologe und Philosoph Paul Watzlawick als Beispiel genommen. Watzlawick hat mal gesagt, dass der Mensch sich viel zu viel Ärger ohne Anlass schafft. Im zweiten Teil des Abends hat Reters die Antithese von dem Soziologen Erich Fromm dagegengestellt. Der sagt, dass die Menschen sich viel zu wenig ärgern und sie viel mehr ändern könnten, wenn sie sich öfter ärgern würden.

Um in das Thema des Abends zu kommen, hat Reters einen kleinen Ausschnitt aus dem Kabarettprogramm „Glückspilz“ von Eckart von Hirschhausen mitgebracht. Der erzählt, dass es Glückspilze und Pechvögel gibt. Menschen hängen ihr Glück an Kleeblätter, ihr Pech an schwarze Katzen oder Hufeisen - aber wichtig ist: Häufiges kommt öfter vor als Seltenes.

Ärgern als Normalität

Reters und seine Seminarbesucher haben sich dem Thema Gelassenheit und Optimismus auf einem humoristischen Weg genähert und dabei auch herausgefunden, dass es Probleme gibt, die man mit egal welcher Methode nicht lösen kann, sondern oft noch verschlimmert. An realen Alltagssituationen hat der Seminarleiter dies klargemacht. Wenn man ständig Ärger mit seiner Schwiegermutter hat, soll man nicht versuchen dies zu ändern, denn es ist normal, dass man diesen Ärger hat. Oft muss man Dinge einfach akzeptieren, während man sich über andere Dinge vielmehr aufregen sollte, um mal wieder etwas zu ändern.