Leader-Projekt gestorben

Ennepetal/Gevelsberg/Sprockhövel..  Lähmendes Entsetzen und riesige Enttäuschung in Ennepetal und Sprockhövel, Mitleid mit den Nachbarstädten aus Gevelsberg. Die gemeinsame Bewerbung der Städte Ennepetal, Gevelsberg, Sprockhövel, Breckerfeld und Wetter als Leader-Region, ist nicht von Erfolg gekrönt. Millionen, die den Projekten vor Ort gut getan hätten.

Um exakt 16.59 Uhr ging gestern Nachmittag die Pressemitteilung der Staatskanzlei raus, in der NRW-Umweltminister Johannes Remmel die 28 Regionen auflistet, die sich die 75 Millionen Euro Fördergeld für ländliche Gebiete teilen dürfen. 15 Bewerbungen fielen durch das Raster, darunter die des Ennepe-Ruhr-Kreises unter dem Titel „Ennepe.Zukunft.Ruhr“.

„Das ist ganz schwach“

Nachfrage bei den Bürgermeistern, die über diese Entscheidung aus Düsseldorf noch gar nicht informiert worden waren. „Das ist ganz schwach. Das war beispielhaftes bürgerschaftliches Engagement über alle Stadtgrenzen hinaus. Ich weiß noch sehr genau wie viele Menschen sogar aus Wetter und Sprockhövel zu den Veranstaltungen zu uns gekommen sind“, sagt der sehr enttäuschte Ennepetaler Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen. „Vor allem für die Menschen aus Oberbauer tut es mir leid. Das ist ein typisches Quartier und ohne den Freistaat würde dort ohnehin schon kaum etwas laufen“, fährt Wiggenhagen fort, der stellvertretender Vorsitzender der heimischen Arbeitsgruppe.

Mit dem Leader-Geld hätten die unterschiedlichsten Projekte gefördert werden sollen, um negativen Entwicklungen in dörflichen Strukturen entgegenzutreten. Für Oberbauer standen eine Gemeinschaftseinrichtung mit Ehrenamtskneipe, „Dienstleistungshaus“, Lager von Materialien für Veranstaltungen sowie einem Backhaus zur Debatte.

Fassungslosigkeit auch beim Sprockhöveler Bürgermeister Ulli Winkelmann: „Das ist ein Nackenschlag für jegliches bürgerschaftliches Engagement. Ich werde mich morgen an die Staatskanzlei wenden und das ,Warum’ ergründen“, sagt der Vorsitzende des Arbeitskreises gestern Abend auf Nachfrage dieser Zeitung.

Unter Leitung von Dr. Jürgen Schewe aus Breckerfeld waren sämtliche Vorschläge aus der Bevölkerung gekommen, über mehrere Monate abgewogen und ausgearbeitet worden, bis schließlich die 78 Seiten starke Bewerbung nach Düsseldorf ging.

In Gevelsberg herrscht zwar großes Mitleid mit den Nachbarkommunen, doch die Trauer über den eigenen Verlust hält sich in Grenzen. „Wir haben nur mitgemacht, damit die Region geografisch zusammenhängend war. Am Ende hätten die Fördermittel nur unseren Einsatz aufgewogen. Wir werden unsere Projekte trotzdem in Angriff nehmen“, sagte Bürgermeister Claus Jacobi auf Nachfrage dieser Zeitung.