„Kulturarbeit ist so wichtig wie Stadtplanung“

Sprechen über Kulturpolitik: Dr. Paul Schrömbges, Jens Knüppel, Tom Niebur (von links).
Sprechen über Kulturpolitik: Dr. Paul Schrömbges, Jens Knüppel, Tom Niebur (von links).
Foto: WP

Ennepetal..  Die Kultur spielt jetzt auch eine Rolle im Bürgermeisterwahlkampf in Ennepetal. Auf Einladung der Freien Wähler kam der Vorsitzende des Hauptausschusses des Kultursekretariats NRW, Dr. Paul Schrömbges, ins Café Hülsenbecke, um den Gästen – überwiegend Vertreter von Vereinen und Verbänden – die Kulturarbeit im niederrheinischen Viersen als gutes Beispiel darzustellen. Schrömbges ist dort Erster Beigeordneter und auch für Kultur verantwortlich. Der CDU-Politiker steht ebenfalls im Wahlkampf. Er will im September Bürgermeister der 70 000-Einwohner-Stadt Viersen werden.

Kultur so wichtig wie Stadtplanung

Paul Schrömbges wichtigste Aussagen: „Kulturarbeit ist für eine Stadt genauso wichtig wie Stadtplanung. Der Kulturausschuss in den Kommunen muss aufgewertet werden.“ Vor allem dürfe nicht am Kulturetat gespart werden. Kultur sei zwar eine sogenannte freiwillige Leistung, aber sie sei dennoch als eine Pflichtaufgabe zu verstehen.

Er erzählte von Ausstellungen in der städtischen Galerie, von hochwertigen Konzerten (u. a. war die weltberühmte Geigerin Anne-Sophie Mutter zu Gast), von Lesungen in privaten Villen und mehr. Das alles in einer Stadt, die sich seit Jahren in einer Haushaltssicherung befinde.

Mut haben

Paul Schrömbges: „Das geht, man muss nur Mut haben und vor allem zusammenarbeiten -- mit der Politik, mit Vereinen und Bürgern.“ Er sagte aber auch, dass es in Viersen Bürgerstiftungen gebe, Sponsoren und Mäzene. Seine Empfehlung: Kritisch sein und nur „gute Kultur“ präsentieren. Was allerdings „gute Kultur“ ist, blieb offen.

Nach dem Vortrag legten die Freien Wähler ein Diskussionspapier unter dem Titel „Ennepetal, kultureller und touristischer Mittelpunkt in der Region?!“ vor. Die Kulturpolitiker der FWE, Jens Knüppel (Kulturausschussvorsitzender im Stadtrat) und Tom Niebur, erläuterten den Fragenkatalog über das Kulturverständnis in Ennepetal, über Vernetzung und Transparenz (Abstimmung der Kulturprogramme). „Mittendrin? Miteinander?“ so die Mission und Vision, wie sie betitelt wird. Dahinter verbergen sich unter anderem das Image und Erscheinungsbild der Stadt, das Kräfte bündeln und die Zusammengehörigkeit in und mit allen Stadtteilen.

Zur Zeit sei das kulturelle Angebot wenig koordiniert. Eine strategische und organisatorische Einflussnahme über den Kulturausschuss gebe es nicht. Nach Ansicht der Freien Wähler und der verbündeten Parteien CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP soll die Stadtverwaltung zunächst eine Übersicht zu den in das Konzept eingebundenen Bereichen geben (so ein vorgestellter Antrag an den Rat der Stadt). Jens Knüppel und Tom Niebur ließen wissen: „Wir müssen dicke Bretter bohren. Aber wir bleiben am Ball.“

In der Versammlung unterstützte Bürgermeisterkandidatin Imke Heymann das Vorhaben. „Es ist nicht falsch, von anderen zu lernen.“ Heymanns Gegenkandidatin, die Erste Bürgermeisterstellvertreterin Anita Schöneberg, wies als Verkehrsvereinsvorsitzende auf die Aktivitäten und auf die Zusammenarbeit von Vereinen hin. Es gebe Absprachen, aber die Bedürfnisse der Menschen seien verschieden.