Künstlerabend trifft den Nerv der Menschen

Gruppenbild mit allen Beteiligten: Hinten Initiator udn Organisator Helmut Schulte (5. von links), vorne in der Mitte Manfred Michalko, Vorsitzender des Vereins „Blumenstrauß“, dem der Erlös des Abends zugute kommt.
Gruppenbild mit allen Beteiligten: Hinten Initiator udn Organisator Helmut Schulte (5. von links), vorne in der Mitte Manfred Michalko, Vorsitzender des Vereins „Blumenstrauß“, dem der Erlös des Abends zugute kommt.
Foto: WP

Ennepetal..  „Helmut hat einen Traum gehabt. Und der ist in Erfüllung gegangen.“ So sagte es Manfred Michalko, der Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins „Der Blumenstrauß“, nach einem über zweistündigen bunten Programm in seinen Dankesworten von der Bühne an den Organisator des 1. Ennepetaler Künstlerabends, Helmut Schulte.

Zuvor hatte es langen Beifall gegeben, für die Akteure, für den Organisator und Mitmoderator Helmut Schulte. Er hatte den Nerv vieler Menschen getroffen. Womit keiner so richtig gerechnet hatte: Der Wintergarten der „Rosine“ in Voerde war proppevoll, Besucher hockten auch auf Treppenstufen, weil es keine freien Stühle mehr gab.

Bunter Strauß von Unterhaltung

Der bunte Strauß von Unterhaltung zündete. „Hallo, Guten Abend, Freunde“, so begrüßten Helmut Schulte (Gesang) und Jürgen Schöneberg (Akkordeon) die Besucher. Dann gab es noch ein Grußwort der Ersten Bürgermeisterstellvertreterin Anita Schöneberg im Beisein ihres Amtskollegen Manfred Drabent und der „First Lady“ Ilona Wiggenhagen. Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen konnte aus Termingründen erst später kommen. Dann ging es auch schon los mit Gesprächen, Musik, Interviews und kleinen Geschichten von Helmut Schulte.

Es gab viel zu lachen, zu staunen über das, was sich alles in Ennepetal und Umgebung so tut, wie viel Talente es hier gibt und wie viele von ihnen sich schon überörtlich einen Namen gemacht haben. Was auffiel: Alle bekannten sich zur Heimat Ennepetal, zum Ennepe-Ruhr-Kreis. Der Historiker Dr. Hans Höfinghoff berichtete im Interview, wie hier einst Menschen den „Urwald“ rodeten, anbauten und sogar Erzbergbau betrieben. Noch heute seien am Bilsteiner Berg Stolleneingänge als Zeugen der Vergangenheit zu sehen.

Da ist Marc Weide, der Zauberer, der schon in Las Vegas Menschen mit seiner Kunst begeisterte. In der „Rosine“ gab er eine kleine Kostprobe seines Könnens, plauderte aus, wie er als Kind vom großen Illusionskünstler David Copperfield auf die Bühne geholt worden war und ihn nun später in der US-Wüstenstadt wieder traf, diesmal als junger Kollege. Am Mittwochabend war Stefan Kölling sein verdutzter „Mitarbeiter“ aus dem Publikum.

Einmal anders herum: Marc Schulte, der WDR-Moderator, wurde von seinem Vater Helmut interviewt. Der jetzige Fernsehmann bekannte: „Ich bin ein Kind des Rundfunks und – natürlich – Ennepetaler!“ Weit in die Welt hinaus kommt OIaf Machelett. Er ist Bundesligaspieler und Mitglied der Faustball-Nationalmannschaft. Er will es noch einmal wissen, und möglichst auch wieder an der Weltmeisterschaft teilnehmen. Der sympathische Sportler warb für seinen Sport. „Faustball ist für jung und alt eine gute und schöne Sportart.“

Uwe Schumacher, der heimische Autor, gab einen Leseprobe aus seinem noch unveröffentlichten Roman „Die Gemahlin des Erzbischofs“. Spannung lag in der Luft. In wenigen Wochen stellt Uwe Schumacher sein neues Buch (dann das 12.) in der Stadtbücherei im Haus Ennepetal vor. Helmut Schulte bekannte: „Ich habe alle Bücher Schumachers.“

Er ist erst 21 Jahre alt, hat aber schon Musical-Erfahrung: Luc Packlidat. Er stellte sich als Liedermacher vor, selbstbewusst und mit schöner Stimme und ausdrucksvollen Texten. Der junge Ennepetaler mit der Gitarre will noch in diesem Jahr ein Album vorlegen. Man darf gespannt sein. Hier waren es noch die leiseren Töne, dann gab es richtige Stimmung im Saal. Die Familie Schöneberg (Anita, Ehemann Jürgen und die Söhne Timo und Niko) ließen es musikalisch krachen – und die Besucher standen auf und klatschten begeistert mit. Helmut Schulte hatte Recht, als er von der Bühne rief: „Der Saal kocht!“ Die heimische Band „Smithy“ feiert bald ihr Silberjubiläum. Deren Frontfrau Kristin Peters und Band-Gitarrist Thorsten Metz gaben eine musikalische Kostprobe, Schönes für die Ohren.

Erlös für den „Blumenstrauß“

Wie singt man sich in die Herzen des Publikums? Thomas Jung weiß es. Der Mann, der hinter Oberbauer in Delle wohnt, eine rockige Stimme besitzt, schrieb ein Lied für Ennepetal. So erklang es: „Du bist Ennepetal, Du bist hart wie Stahl!“ Der Song ist nun auch auf einer CD zu hören und die wurde von Thomas Jung für 10 Euro angeboten. 5 Euro davon bekommt der „Blumenstrauß“, der gemeinnützige Verein, der der große Gewinner des Abends ist. Die gesamte Einnahme ist für wohltätige Zwecke des Vereins bestimmt, so auch der Erlös von der Versteigerung von Gemälden der heimischen Künstlerin Irmtraud Werthschulte (Malschule „Malkasten“). Sie stellte ihre schon gerahmten Bilder vor. Marc Schulte feuerte die Versteigerung an und schließlich wechselten die Kunstwerke ihre Besitzer.

Mit Gesang und Musik von Helmut Schulte und Jürgen Schöneberg begann der Abend, und so endete er auch. „Gute Nacht, Freunde“, hieß es. Es gab noch Dankesworte von Manfred Michalko, und alle sangen noch ein Geburtstagslied für Florian Kölling. Der nun 14-Jährige hatte an seinem Ehrentag den ganzen Abend über die Technik fest im Griff.