Kristián Palágyi brilliert mit dem Akkordeon

Kristián Palágyi demonstrierte, dass Akkordeonmusik modern und anspruchsvoll ist.
Kristián Palágyi demonstrierte, dass Akkordeonmusik modern und anspruchsvoll ist.
Foto: WP

Schwelm..  Insbesondere Musikästheten verbinden mit dem Akkordeon oftmals Seemannslieder oder Schlagermusik. Schifferklavier nennt es daher auch der Volksmund. Kristián Palágyi demonstrierte, dass Akkordeonmusik modern und anspruchsvoll ist. „Dank ihm wird das Akkordeon zu einem ernstzunehmenden Instrument“, schwärmte Ulrike Brux, als sie Palágyi die Bühne des Ibach-Hauses am Freitagabend übergab. Palágyi war im Rahmen des Musikprojektes „Best of NRW“ zu Gast und begann sein Konzert vielversprechend. Mit der Partita in c-Moll von Johann Sebastian Bach überzeugte er seine rund 50 Zuhörer sofort. Es war das 40. Konzert der Reihe und zugleich das Finale im Ibach-Haus.

Nach diesem Auftakt gönnte sich der Akkordeonist eine kurze Verschnaufpause und plauderte mit dem Publikum. Geradezu beiläufig gibt er all jenen Zuhörern, die mit seinem Instrument noch nicht so vertraut sind, eine kleine Einführung in die Funktionsweise.

In tiefsten und höchsten Tönen

Dann präsentiert er kurzerhand den tiefsten und höchsten Ton seines Instrumentes, um dann im eigentlichen Programm seines Konzerts fortzufahren. Bei dem Stück „8’22’’ Chrono“ von Bruno Mantovani brillierte der erst 23-jährige Musiker über acht Minuten geradezu mit seinem Instrument.

Kristián Palágyi lebt die Emotionen der Musik mit seinem gesamten Körper. Mal rammt er sein Kinn voller Schmerz in sein Akkordeon, dann wiederum gleitet er sanft dahin.

Kristián Palágyi wurde 1991 als Sohn einer ungarischen Familie in Serbien geboren. Im Alter von neun Jahren begann er das Akkordeonspielen. Mittlerweile gewann er zahlreiche nationale und internationale Musikpreise. Kristián Palágyi studiert aktuell an der Kölner Hochschule für Musik und Tanz. Er ist Stipendiat der Hartmut-und-Lore-Schuler-Stiftung Wuppertal, der Yehudi-Menuhin-Live-Music-Now Köln und der Werner-Richard-Dr.-Carl-Dörken-Stiftung. Er gilt als einer der vielversprechendsten Nachwuchsakkordeonisten seiner Zeit.

Im Ibach-Haus begeisterte Kristián Palágyi mit einer Mischung aus zeitgenössischer und barocker Musik. Der 23-Jährige stellte unter Beweis, dass auf dem Akkordeon sämtliche Stücke, die für Tasteninstrumente geschrieben worden sind, gespielt werden können.

Das Publikum genoss das außergewöhnliche Akkordeon-Konzert am Freitagabend in vollen Zügen und dankte dem jungen Nachwuchskünstler mit lang anhaltendem Applaus.