Kreative Sabinerinnen am Gymnasium

Die Theater-AG des Gymnasiums Gevelsberg führte das Stück "Der Raub der Sabinerinnen" auf.
Die Theater-AG des Gymnasiums Gevelsberg führte das Stück "Der Raub der Sabinerinnen" auf.
Foto: WP

Gevelsberg..  Prächtige Gewänder, anmutige Schönheiten und bewaffnete Soldaten konnte man in der Aula des städtischen Gymnasiums bestaunen. 31 Oberstufenschüler der Theater-AG entführten die Zuschauer in eine spannende Welt der römischen Mythologie. Den „Raub der Sabinerinnen“ stellten die Neunt- bis Zwölftklässler dar und reisten dazu ins Zeitalter kurz nach der Gründung Roms, also im achten Jahrhundert vor Christus.

Dabei durften sich die Nachwuchsschauspieler über einen nahezu voll besetzten Saal mit an zwei Tagen insgesamt 700 Zuschauern freuen. Der Einmarsch der Römer als Sicherung des Fortbestands sollte schon bald den Konflikt mit den Sabinerinnen zur Folge haben und der Frage auf den Grund gehen, ob sie wirklich gemeinsam glücklich werden würden. Zwar herrschte auch hier Männernotstand und der Wunsch nach entsprechendem Schutz, doch wollten sich die Damen keinesfalls in die Sklaverei begeben.

Rolle von Mann und Frau

So folgten Dialoge über die Rolle von Mann und Frau, die auch in heutigen Zeiten noch Bestand haben. Die antike Komödie des römischen Schriftstellers Titus Livius galt als Vorlage, doch trägt die Umsetzung eindeutig die kreative Handschrift der Gymnasiasten. Schließlich weist die freie Interpretation viele sprachliche und schauspielerische Besonderheiten auf.

So wurden für die 15 Sabinerinnen kurzerhand selbst geschaffene Charaktere wie die nimmer satte „Nutella“ oder auch die im Alkohol Trost suchende „Techila“ hinzugenommen. Auch die Namen der Römer bedienten sich der kreativer Wortschöpfungen und brachten „Stilicone“, den Kräftigen, oder „Octopus“ den Grapscher, hervor. Dass die männlichen Schauspieler nur etwa ein Drittel ausmachten und für die Kampfszene so manch ein Krieger fehlte, war auch kein Problem: So bediente man sich kurzerhand mutigen Kämpfern aus dem Publikum und stattete sie dazu mit Pappschwertern und -messern aus.

Letzten Tage stressig

Neben der pompösen Kleidern begeisterten auch Tanz- und Gesangskünste der Schüler. So präsentierten die Sabinerinnen einen filigranen Tuchtanz, bevor Duette und Hiphop-Einlagen von umgetexteten Musikklassiker der Aufführung zuweilen sogar einen Musical-Charakter verliehen. „Wir sind sehr zufrieden mit der Zuschauerzahl. Besonders schön, dass auch viele ehemalige Schüler gekommen sind“, zog Theater-AG-Leiter Thomas Molke ein rundum positives Fazit und lobte die Schüler für ihr vorbildliches Engagement.

Dabei seien die letzten Tage besonders stressig gewesen, weil zwei Schüler kurzfristig erkrankt seien und umdisponiert werden musste, verrät der Projektleiter. „Vor einem Jahr haben wir der Konzeption begonnen. Die Schüler haben das Stück eigenständig umgesetzt und selbst geschrieben“, verrät Molke.