Klagen enden mit Einigung

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Ennepetal..  Was einst so geräuschvoll begann, ist diese Woche ganz leise beendet worden: Beim Arbeitsgericht Hagen wurde jetzt die letzte Akte in Sachen „VGS Königsfeld“ zugeklappt: Sabina Hiby (54), ehemalige 2. Vorsitzende und Ex-Sportgruppenleiterin des Vereins, zieht mit 9000 Euro Abfindung von dannen.

Darauf einigten sich die Parteien in einem Vergleich vor der 3. Kammer unter Vorsitz von Direktor Jürgen Schlösser – und damit sind jetzt alle arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen mit dem ehemaligen Vorstand vom Tisch.

Außergerichtliche Einigung

Bereits vor Wochen hatte sich der Verein außergerichtlich, also ohne eine weitere öffentliche Verhandlung, mit seiner ehemaligen 1. Vorsitzenden Dr. Luzia Grommes geeinigt. Sie bekommt nicht die von ihr geforderte „angemessene Abfindung“, aber die monatliche Vergütung (2078, 63 Euro) für Juli, August und September nachgezahlt.

Zur Erinnerung kurz die Vorgeschichte: Im Juli vergangenen Jahres war es auf einer turbulenten Jahreshauptversammlung des VGS Königsfeld zur Absetzung der Vorsitzenden Dr. Luzia Grommes und der zweiten Vorsitzenden Sabina Hiby gekommen. Zuvor wurde die Finanzlage des gemeinnützigen Vereins als prekär dargestellt.

So hätten sich die beiden seinerzeitigen Vorstandsmitglieder ohne rechtliche Grundlage gut dotierte Anstellungsverträge unterzeichnet – lautete der öffentliche Vorwurf vor 363 anwesenden Vereinsmitgliedern. Anschuldigungen, die seitdem auch die Staatsanwaltschaft Hagen beschäftigen. Mit derzeit noch offenem Ausgang, wie Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli gestern auf Nachfrage bestätigte: „Es wird hier ein gemeinsames Ermittlungsverfahren gegen zwei beschuldigte Personen aus dem ehemaligen Vereinsvorstand geführt. Der Verdacht lautet auf Untreue.“ Ob an den Vorwürfen überhaupt etwas dran ist und ob es zu einer Anklage kommt, sei derzeit noch völlig offen, erklärte Pauli.

Zumindest die arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen mit den ehemaligen beiden Vorstandsmitgliedern sind nun abgeschlossen. Seit Mittwoch ist der Streit um die fristlose Entlassung von Sabina Hiby vom Tisch. Vor dem Arbeitsgericht einigte man sich auf eine ordentliche Kündigung zu Ende August 2014, sowie 9000 Euro Abfindung.

Was der Diplom-Sportlehrerin, die 18 Jahre lang dem Vorstand des VGS Königsfeld angehörte, eine gewisse Genugtuung verschaffen dürfte: Der Verein hat sich vor dem Arbeitsgericht verpflichtet, alle im Kündigungsschreiben vom 11. Juli erhobenen Vorwürfe „nicht aufrecht zu erhalten und zurückzunehmen“.

Arbeitsrechtler Frank Schmale, Anwalt von Sabina Hiby, fühlt sich in seiner Auffassung bestätigt: „Das Konstrukt aus Vorwürfen und Beschuldigungen ist wie ein Kartenhaus zusammengebrochen.“

„Kostengünstigste Lösung“

VGS-Königsfeld-Vorsitzende Eva Dopke sieht das ganz anders: Lediglich die Vorwürfe aus dem Kündigungsschreiben habe man fallen gelassen – alles andere nicht. Dem Vergleich sei aus strategischen Erwägungen zugestimmt worden, weil das für den Verein die wirtschaftlichste Lösung war.

Bei einer Prozessführung durch mehrere Instanzen – und vor Gericht könne man nie sicher sein – wäre alles viel teurer geworden. Eva Dopke: „Wir wollten die Sache endlich vom Tisch haben.“