Kirmes für die Zukunft fit machen

Ramba Zamba, Kiärmis ham wa lautete im vergangenen Jahr das Motto der Gevelsberger Kirmes.
Ramba Zamba, Kiärmis ham wa lautete im vergangenen Jahr das Motto der Gevelsberger Kirmes.
Foto: WP

Gevelsberg..  Brauchtumspflege und eine moderne, zeitgemäße Ausrichtung sind zwei Dinge, die oft schwer in Einklang zu bringen sind. Doch genau das betreibt der Gevelsberger Kirmesverein seit Jahren – auch um das eigene Bestehen so erfolgreich wie bisher zu sichern. Wenn sich die obersten Kirmesaktiven heute Abend um 20 Uhr im Restaurant zur Juliushöhe zu ihrer Jahreshauptversammlung treffen, werden sie exakt unter diesem Gesichtspunkt in den Rückspiegel schauen, gleichzeitig aber auch wegweisende Entscheidungen für die kommenden Jahre fällen.

Personalien

Zwei Aktivposten werden den Vorstand verlassen. Der 2. Vorsitzende Stefan Oesterling wird aus beruflichen Gründen sein Amt abgeben, Beisitzer Robin Bloemer hat eine Familie gegründet und muss sich verstärkt um den Nachwuchs kümmer. Auch wenn die Versammlung natürlich endgültig abstimmt, scheint eine Neubesetzung bereits wahrscheinlich. Der bisherige Beisitzer Markus Loetz, der am vergangenen Wochenende sein Amt als 1. Vorsitzender der Kirmesgruppe Mühlenhämmer abgab, wird wohl neuer zweiter Vorsitzender. Pinass-Brumse-Chef Andreas Kalin und sowie Marc Baron werden als die heißesten Kandidaten auf die beiden frei werdenden Beisitzer-Posten gehandelt. Der Rest des Vorstands wird sich zur Wiederwahl stellen.

Brauchtum im Wandel

Von der Gründergeneration ist kaum noch jemand übrig, „und“, so sagt Michael Sichelschmidt, „von den Nachrückenden kennt kaum noch jemand die geschichtlichen Zusammenhänge, zum Beispiel dass der Kirmeszug 1924 als Protestzug begann.“ Die Herausforderung sei, an Traditionen festzuhalten sich trotzdem kreativ zu entwickeln, um Nachwuchs auf die Bauplätze zu bekommen. Die Marke „Schrägste Kirmes Europas“ inklusive Internet- und Facebook-Auftritt sei nur ein Baustein, um zeitgemäß auf sich aufmerksam zu machen.

„Das Ziel lautet, die jungen Menschen auch auf die Bauplätze zu bekommen, damit sie erleben, wie schön es ist, hier mitzuarbeiten“, sagt Kirmesvereins-Geschäftsführer Carsten Neef. Die Tage der offenen Bauplätze seien unterm Strich ein voller Erfolg gewesen. Allein die Kirmesgruppe Börkey verzeichnete in einem Jahr 17 Spontaneintritte. Allerdings überlegt der Vorstand, ob er auch in diesem Jahr noch Shuttle-Busse einsetzt. „Die meisten sind ohnehin mit Privatwagen gefahren und haben ganz gezielt Gruppen angesteuert“, sagt Sichelschmidt. Da müsse eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufgemacht werden.

Wichtig sei, dass die Gruppen, die sich allesamt gut entwickeln würden und neue Leute bekämen, weiterhin eng zusammenrücken, so dass sich die Aktiven der Gevelsberger Kirmes wie zum Beispiel während des B7-Festes im vergangenen Jahr weiter als Einheit präsentieren.

Die Straßenkirmes

Die Aktion „Glas leer? Dann her!“ ist ein Erfolg: Der Glasbruch – auch ein finanzieller Aspekt für die Vereine, die die Bierstände betreiben, ist gravieren zurückgegangen, die Schnittverletzungen haben sich dadurch mehr als halbiert. Trotzdem ist das Problem nicht gänzlich aus der Welt, weshalb sich der Kirmesverein vor allem am Timpen mehr Präsenz durch Polizei und Ordnungsamt wünscht.

Bei den Fahrgeschäften besteht der Anspruch, stets drei absolute Höhepunkte der neuesten Generation anzubieten – auch um die Jugend zu begeistern.