Kinder treiben es bunt

Die Kinder haben jede Menge Spaß.
Die Kinder haben jede Menge Spaß.
Foto: Klaus Bröking

Gevelsberg..  Die Kinder sind mit Feuereifer dabei, ein Problem, das es in den Augen ihrer großen Nachbarn gibt, aus den Weg zu räumen – sozusagen mit einem Pinselstrich. Die Mädchen und Jungs bemalen den Container, der die Kapazität des Evangelischen Kindergartens in Berge erweitert, zusammen mit dem Gevelsberger Künstler Robert Schiborr bunt an. Bunte Blumen sind zu sehen und Bienen – Biene Maja, um genau zu sein.

Idee beim Vorlesetag

Der gelbe Container wurde nach seiner Aufstellung schnell zum Stein des Anstoßes in Berge. Ein solches Provisorium werte den Stadtteil nicht eben auf, musste sich die SPD bei einem Ortstermin im vergangenen Sommer sagen lassen. Andere kritisierten die gelbe Farbe. „Eltern haben mich gefragt, ob ihre Kinder da rein müssen. Ich habe ihnen dann gesagt: Ja, sie dürfen da rein“, erzählt Kindergarten-Leiterin Ingrid Duschek. Was außen vielleicht nüchtern anmutet, hat innen durchaus Herz und Seele für Kinder.

Als der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Hubertus Kramer beim Vorlesetag den Kindergarten in Berge besuchte, kam ihm die Idee. Wie wäre es, wenn die Kinder die Außenwände mit bunten Bildern bemalen würden? „Ich habe dann die Farben spendiert“, sagt Kramer und mit seinem Freund und Parteigenossen Robert Schiborr war schnell ein „künstlerischer Leiter“ des Projekts gefunden. „Wenn Kinder vor einer so großen Wand stehen, dann ist die Gefahr groß, dass sie ganz, ganz winzige Zeichnungen darauf machen“, sagt der Künstler und Ratsherr. Seit drei Wochen wachsen dort aber riesige Blumen. Vor einer Woche forderte ein Kind: „Ich will eine Biene“. Nun gibt es schon drei. Maja und ihr Begleiter Willi sind natürlich dabei.

Nach Blumen wird’s abstrakt

Wenn das Blumenbeet fertig ist, soll auch die Wand zur S-Bahn verziert werden. „Als Kontrast aber eher mit einem abstrakten Motiv mit vielen Formen wie Kreisen“, versucht Schiborr den Kleinen künstlerischen Alternativen schmackhaft zu machen. Noch vier Wochen – so glaubt er – wird er mit den Kindern im Vorschulalter zum Pinsel greifen müssen, bis das Werk fertig ist. Schon jetzt sind die Kinder in ihren bunten Malerkitteln stolz darauf, was da zu sehen ist. Und wenn am 12. September das Stadtteilfest in Berge ansteht, soll der Stein des Anstoßes endgültig als neuer Blickfang akzeptiert worden sein, an den sich auch Graffiti-Sprayer nicht mehr wegen.

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